- 20.05.2003, 09:52:26
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Vier für Wien fordern Freigabe der eigenständigen Gleiskörper für den qualifizierten Krankentransport
Wien (OTS) - Die "Vier für Wien" fordern anlässlich der
zunehmenden Staus und Verkehrsbehinderungen der letzten Zeit die
Freigabe des selbstständigen Gleiskörpers für den qualifizierten
Krankentransport. Die Verkehrsbehinderungen anlässlich der
Osterfeiertage und der Demonstrationen und Streiks der letzten Wochen
haben gezeigt, dass eine zusätzliche Bevorrangung des qualifizierten
Krankentransportes notwendig ist. Der Geschäftsführer des
Samariterbundes, Mag. Stefan Brinskele, weiß, dass ein Großteil
seiner Krankentransporter unnötig im Stau steckt: "Bis zu einem
Drittel unserer hochwertig ausgerüsteten Fahrzeuge stecken ständig im
Verkehr fest und verursachen dadurch nicht nur unangenehme
Wartezeiten für den Patienten, sondern auch vermeidbare Kosten für
die gesamte Volkswirtschaft."
Einsatzfahrzeuge dürfen in Wien die eigenständigen Gleiskörper nur
benutzen, wenn sie mit Blaulicht unterwegs sind. Ist der Krankenwagen
jedoch mit einem Patienten unterwegs, der zwar "nur" dringend, aber
nicht mit Blaulicht transportiert werden muss, muss sich das Fahrzeug
ganz normal im Stau anstellen.
Oftmals führt diese absurde Situation dazu, dass sich der Zustand
des Patienten während des Stehens im Stau dramatisch verschlechtert
und der Transport nun erst recht mit Blaulicht und Folgetonhorn
durchgeführt werden muss, betont Adeline Bolldorf, die neue
Bereichsleiterin des Malteser Hospitaldienst Austria in Wien.
Für den Geschäftsführer des Wiener Roten Kreuzes, Robert Horacek,
gibt es aber noch ein weiteres Problem: "Oft steckt ein freier
Krankenwagen derart im Stau, dass es schneller ist, ein Fahrzeug aus
einem anderen Bezirk herbeizurufen. Gott sei Dank arbeiten wir so gut
zusammen, dass in dringendsten Fällen der Einsatz von einer anderen
Organisation übernommen wird, um den Patienten nicht unzumutbar lange
warten zu lassen."
Alleine der volkswirtschaftlich Schaden, der entsteht, wenn bis zu
3 ausgebildete Rettungssanitäter pro Fahrzeug täglich im Stau
stecken, würde die Freigabe der eigenständigen Gleiskörper für den
qualifizierten Krankentransport rechtfertigen.
"Alle Fahrzeuglenker der "Vier für Wien" sind ohnedies in der
Benutzung der Gleiskörper ausgebildet, da sie diese im Einsatz mit
Blaulicht ja sowieso befahren dürfen. Auch die Signalanlagen der
Wiener Linien stellen kein Problem dar. Jeder Fahrer hat in seiner
Ausbildung die Signale der Straßenbahn- und Busampeln erlernt." fügt
Dr. Robert Brandstetter von den Johannitern hinzu.
Gerade die Stadt Wien müsste ein besonderes Interesse an der
Freigabe haben, da hierdurch nicht nur die Wartezeiten für Patienten
verkürzt, sondern auch die Verfügbarkeit der Krankentransporter
erhöht und der volkswirtschaftliche Schaden der Staus reduziert wird.
Die Vier für Wien sind die qualitätsorientierten gemeinnützigen
Anbieter von Krankentransporten in Wien (Die Johanniter, Malteser
Hospitaldienst Austria, Samariter Bund, Wiener Rotes Kreuz). Die
Interessens- und Arbeitsgemeinschaft wurde im Juni 1998 gegründet, um
gemeinsame Qualitätskriterien für den Krankentransport in Wien zu
schaffen.
OTS0047 2003-05-20/09:52
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