Grüne starten Fundraisingprojekt

Wien (OTS) - Für die bereits seit Jahren engagiert und professionell tätige Grüne AusländerInnenberatung starten die Grünen Wien heuer ein einzigartiges Fundraisingprojekt. Diese Aktion soll trotz fehlender Subventionen sicherstellen, dass der Beratungsstelle nicht das Geld für Jahre tägliche Arbeit ausgeht und Bewusstsein schaffen für ein immer größer werdendes Problem: Christoph Chorherr, Klubomann der Wiener Grünen: "Angesichts der neuen Initiativen von Minister Strasser wird die Lage für AsylwerberInnen immer dramatischer. Daher besteht die Notwendigkeit, dass NGO’s die Beratungs- und Betreuungsarbeit übernehmen, die der Staat verweigert."

Doch das Thema ist kein rein humanitäres. Volker Plass, Vorsitzender der Grünen Wirtschaft verwiest auf eine sich rasant ändernde Arbeitsmarktlage: "Der Arbeitsmarkt wird aufgrund der demographischen Entwicklung spätestens 2010 kippen. Wenn wir so weiter tun wie bisher, dann wird die Wirtschaft spätestens dann wieder mittels Rekrutierungsbüros im Ausland auf die Suche nach Arbeitskräften gehen müssen. Schon jetzt leidet die Wirtschaft unter einem Fachkräftemangel." Daher ist es, so Plass weiter, wichtig die asylsuchenden AusländerInnen gut zu betreuen, auch damit sie nicht in die Illegalität abtauchen.

Das Fundraisingprojekt hat die Kosten der Ausländerinnenberatung die derzeit rund 1000 AsylwerberInnen betreut, umgerechnet und auf einzelne "Patenschaften" umgelegt. Schon mit einem Beitrag von 50,-Euro jährlich kann man einer Person helfen, alle Amtswege ordnungsgemäß abzuwickeln, rechtliche Beratung und einen Dolmetsch beigestellt zu bekommen. Es sollen bei diesem Fundraisingprojekt neben Individualspendern auch Firmen aus Branchen angesprochen werden, die einen sehr hohen Anteil an ausländischen (oder ehemals ausländischen) Arbeitnehmern beschäftigen: So arbeiten im Bauwesen österreichweit 38.379 "bewilligungspflichtige" AusländerInnen, Im Fremdenverkehr 39.823, in diversen Dienstleistungsbranchen 14.730, im Großhandel 9.395 und im gesundheits- und Sozialwesen 4.671. (Quelle AMS Österreich). Dabei sind die eingebürgerten ehemaligen AusländerInnen noch gar nicht mitgezählt.

"Österreich gehört zu den reichsten Ländern der Welt - wir sollten daher die Asylsuchenden nicht auf ihre biologische und wirtschaftliche Bedeutung reduzieren", rückt Volker Plass das Thema ins richtige Licht, "aber es ist auch eine Tatsache, dass viele Branchen ohne die Mitarbeit dieser Menschen größte Probleme hätten".

Als erste Patin hat sich die Regisseurin Barbara Albert, bekannt durch den Film Nordrand, hinter die Aktion gesellt. "Flucht, Vertrieben sein und das Kennenlernen neuer Welten - nicht von ungefähr ist dies oft Inhalt von Filmen, von Literatur und anderen Künsten. Jeder möge sich mal vorstellen, wie es wäre, vertrieben zu sein, Gewohntes zu verlieren und in eine ungewohnte, neue Welt durch zwingende Gründe geschmissen zu werden. Im Film entsteht dann die Spannung, die Dramaturgie durch die Begegnung von Fremdem und Neuem -im wirklichen Leben soll diese Spannung in ein positives Miteinander münden - wir brauchen einander!"

Rückfragen & Kontakt:

ideenmanufactur
Dagmar B. Gordon
Tel.: 01/219 81 47
Fax: 01/219 81 47-26

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEB0008