Selbstverwaltungsmodell der Kärntner Jägerschaft rückt näher

Derzeit intensiver Diskussionsprozess - Modernes Gesetz soll hohen Stellenwert der Jagd sicherstellen

Klagenfurt (LPD) - Kärntens Jagd soll aus der öffentlichen Verwaltung ausgegliedert und die Agenden soweit als möglich in Selbstverwaltung übernommen werden. Diese Ausgliederung wird schrittweise vorbereitet, über die Details gibt es zahlreiche und auch heftige Diskussionen. Der Entwurf für das neue Jagdgesetz wird vorbereitet. Landeshauptmann Jörg Haider und Jagdreferent Landesrat Georg Wurmitzer haben Kärntner Jäger mit Landesjägermeister Ferdinand Gorton an der Spitze zu einer Diskussion nach Möllbrücke geladen, um aktuelle Informationen über den derzeitigen Stand zu geben bzw. zu erhalten. Was bleibt beim Land, was bei der Jägerschaft, dies solle hinterfragt und Kritikpunkte wie beispielsweise Anschlussgebiete oder Fütterungsstandorte diskutiert werden, so Haider.

Die Selbstverwaltung der Jagd durch die Jägerschaft sei ein Angebot des Landes und eine große Chance, so Haider und Wurmitzer, die auch auf das Beispiel der Ausgliederung der Feuerwehren vor zwölf Jahren hinwiesen, bei dem die Selbstverwaltung gut funktioniere. Die jagdfachlichen Tätigkeiten sollte die Jägerschaft selbst am besten organisieren können.

Der Landeshauptmann plädierte dafür, innerhalb der Jägerschaft die Rechtsberatung zu verstärken. Auch die Parteienstellung hinsichtlich Sachverständigen sollte geklärt werden. Haider erwähnte, dass die Bestellung der Sachverständigen durch das Gericht erfolge. Von den 134 Jagdgebietsfeststellungen seien noch acht Verfahren offen, zehn seien an den Verwaltungsgerichtshof gegangen.

Fix sei, dass Jagdvergabe und Jagdfeststellung wie bisher in der Hand der Behörde verbleiben, ebenso das Strafwesen oder auch die Genehmigung von Wildgattern, erklärte Wurmitzer. Der eigentliche Jagdbetrieb, die Wildökologische Raumplanung (WÖRP) sowie dessen Umsetzung sollte die Jägerschaft selbst vornehmen, ebenso die Ausgabe und Verwaltung von Jagdkarten oder auch die Durchführung der Jagdprüfungen. Wurmitzer betonte die Wichtigkeit des Zusammenhangs mit Grund und Boden und damit auch die Mitsprache der Grundeigentümer.Das neue Jagdgesetz soll die hohe gesellschaftliche Bedeutung der Jagd auch für die Zukunft sicherstellen.

Landesjägermeister Gorton appellierte, das Angebot des Landes anzunehmen. Kärnten habe mit dieser Initiative einer Verwaltungsreform österreichweit eine Initialzündung unternommen. Ziel seien schlanke Strukturen, vereinfachte Verfahren und rasche kompetente Entscheidungen. Notwendig sei für die Jägerschaft, mehr Rechtsberatung durch die Anstellung eines Juristen zu erreichen. Auch ein Wildbiologe werde dringend gebraucht. Für Kärnten werde es einen Rahmenabschussplan geben. Neu sei auch die Festlegung eines zweijährigen Abschussplanes. Die Jäger müssten großräumig (in Wildregionen) und langfristig denken, so Gorton. Man wolle weg von Verwaltungsstrafen, dies solle durch Einsparungsrichtlinien kompensiert werden. Auch die EVD-Vernetzung innerhalb der Jägerschaft mit dem Jagdkompetenzzentrum in Mageregg/Klagenfurt sei ein enormes Plus. Hinsichtlich der digitalen Erfassung des Jagdkatasters sei Kärnten anderen Bundesländern bereits voraus. An der Diskussion über die Selbstverwaltung, die grundsätzlich sehr begrüßt wird, nahmen auch mehrer Bezirkshauptleute und Landesamtsdirektor Reinhard Sladko teil.

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