Verein "Neustart" vor enormen Herausforderungen

Zahl der Häftlinge steigend - Vor Europäisierung des Strafvollzugs - LH Haider und LR Schaunig-Kandut dankten

Klagenfurt (LPD) - "Neustart" - das ist die Erweiterung und Weiterentwicklung der sozialen Bewährungshilfe - hat sich heute unter dem Motto "Hilfe schafft Sicherheit" im Landesarchiv Klagenfurt im Beisein zahlreicher Vertreter aus dem Justiz- und Sozialbereich präsentiert. Landeshauptmann Jörg Haider dankte für die vielfältigen erbrachten Leistungen von "Neustart". Diese umfassen Bewährungshilfe, Haftentlassenenhilfe, Aussergerichtlicher Tatausgleich, Gemeinnützige Leistungen, Verbrechensopferhilfe und Prävention. Der Landeshauptmann wies auf die enormen Herausforderung hin, die auch mit dem Anstieg an Häftlingszahlen verbunden sind. Es sei die private, aber öffentlich finanzierte Organisation von Neustart sehr sinnvoll und es gelte, diese auszubauen, um Menschen, Täter wie Opfern, die "abgestürzt" sind, wieder festen Boden unter den Füssen zu geben und sie zu integrieren. Auch der Justizminister habe großes Interesse daran, diese Form der Organisation auszubauen. Was "Neustart" alles mache, sei eine schwierige, aber auch faszinierende Aufgabe und Herausforderung, so Haider.

Soziallandesrätin Gabriele Schaunig-Kandut gratulierte ebenfalls zum Neustart von "Neustart" und sagte, dass bereits sehr viele soziale Impulse von hier ausgegangen seien.

Der Leitende Staatsanwalt, Dr. Wolfgang Gödl, sprach (in Vertretung von Justizminister Dieter Böhmdorfer) die seit Februar des Vorjahres steigenden Haftzahlen an. Österreichweit sei ein Anstieg (auf über 8000) festzustellen, während zuvor die Zahl bei rund 7000 ziemlich lange konstant blieb. Eine Tendenzumkehr sei nicht feststellbar. Es werde zu einer Europäisierung des Vollzugsbereiches kommen, so Gödl. Dabei werde eine Organisation wie Neustart die Nase vorn haben, anerkannte der Staatsanwalt die breite Leistungspalette und Art der Dienstleistungen dieser wichtigen Einrichtung mit ihren zentralen Partnerschaften wie Bund, Land, Kommunen oder AMS. Andere Länder hätten diese intensive Betreuungsform nicht. Wenn immer öfter Alternativen zu Inhaftierungen nötig würden, dann seien Angebote wie "Neustart" besonders gefragt und herausgefordert.

"Neustart" Kärnten (Leiter Alfred Gschwendner) hat vier Standorte (Klagenfurt, St. Andrä, Spittal, Villach) und ab sofort eine neue Büroadresse: Fromillerstrasse 29, 9020 Klagenfurt. Im Jahr 2002 wurden von Neustart österreichweit rund 28.000 Klienten betreut. In Kärnten gab es bei der Bewährungshilfe 434 Betreuungen, bei der Haftentlassenenhilfe 4428. Dazu noch 622 Zuweisungen zum Aussergerichtlichen Tatausgleich und 205 Zuweisungen zur Vermittlung gemeinnütziger Leistungen. Die Verbrechensopferhilfe wies 15 Klienten auf, die Suchprävention 63 Zuweisungen.

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