- 13.05.2003, 11:48:46
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Kuntzl: Seipel soll definitiv zurücktreten
Wien (SK) "Der Direktor des Kunsthistorischen Museums, Dr. Seipel,
sollte seinen Rücktritt nicht nur alibihalber anbieten, sondern
tatsächlich zurücktreten", sagte Dienstag gegenüber dem Pressedienst
der SPÖ, SPÖ-Abgeordnete Andrea Kuntzl in ihrer Eigenschaft als
Mitglied des Kulturausschusses des Nationalrates. ****
Grund dafür seien in erster Linie die inakzeptablen Versäumnisse des
Direktors des Kunsthistorischen Museums, dessen größte Ambition
offenbar darauf gerichtet ist, bei möglichst vielen
Seitenblicke-Events zu erscheinen und der deshalb nicht genügend Zeit
und zu wenig Interesse habe, sich um die eigentlichen Probleme des
Kunsthistorischen Museums, insbesondere um die Sicherheit der
wertvollsten Objekte zu kümmern.
"Aber auch die wehleidige Reaktion Seipels auf berechtigte Kritik an
den von ihm zu verantwortenden Missständen ist keine Empfehlung",
sagte Kuntzl. Wenn es Direktor Seipel in einem Interview mit der
Grazer Kleinen Zeitung als "bedauerlich" bezeichnet, dass er "von
Politikern kritisiert wird", die angeblich "bisher kein Interesse an
seiner Arbeit" gezeigt haben, müsse man wohl fragen: An welcher
Arbeit? An seiner Arbeit für den Wahlkampf der ÖVP? An seiner Arbeit
für Seitenblicke-Auftritte? Oder an seinen Auseinandersetzungen mit
anderen Museumsdirektoren?
"Bedauerlich" sei allenfalls, dass Direktor Seipel seinen Rücktritt
nur alibihalber angeboten hat, anstatt definitiv zurückzutreten.
Kritik an seinen Versäumnissen werde Seipel durch beleidigte
Interviews jedenfalls nicht verhindern können und es wäre hoch an der
Zeit, dass die zuständige Bundesministerin, die dem allen tatenlos
zusieht, endlich dafür sorgt, dass die Arbeit an der Spitze des
Kunsthistorischen Museums sachgerecht, seriös und mit 100-prozentigem
Einsatz geleistet wird, schloss Kuntzl. (Schluss) cs/mm
OTS0112 2003-05-13/11:48
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