- 09.05.2003, 14:33:21
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Ferrero-Waldner eröffnet 5. Konferenz des Netzwerks Menschlicher Sicherheit in Graz
Menschenrechtserziehung als Schwerpunkt: "Wir wollen weltweit den aufrechten Gang unterrichten"
Graz (OTS) - "Ich habe die Themen 'Menschenrechtserziehung' und
'Kinder in bewaffneten Konflikten' als Schwerpunkte des
österreichischen Vorsitzes des Netzwerkes Menschlicher Sicherheit
gewählt. Mein Ziel war es, an beide Themen innovativ heranzugehen,
und wir haben bei unserem heutigen Treffen hier in Graz folgende
konkrete Initiativen verabschiedet: die Grazer Deklaration über die
Prinzipien der Menschenrechtserziehung und menschlichen Sicherheit;
das Handbuch über Menschenrechtserziehung; die Politikstrategie
'Bridging the Gap' für Kinder in bewaffneten Konflikten sowie ein
Kinderrechts-Trainingsprogramm für Monitoring und Rehabilitation im
Feldeinsatz," so Außenministerin Benita Ferrero-Waldner heute nach
der ersten Arbeitssitzung des Außenministertreffens.
Mit dem Handbuch über Menschenrechtserziehung kann weltweit auf hohem
Niveau der Einzelne über seine grundlegenden Menschenrechte
unterrichtet werden. Erst mit diesem Wissen ausgestattet, können
Rechte eingefordert werden. "Wir wollen weltweit den aufrechten Gang
unterrichten. Der Einzelne als Träger grundlegender Rechte muss dabei
im Mittelpunkt stehen, und nicht der Empfänger von Gnadenakten oder
Almosen".
"An dieser Stelle möchte ich auch auf das gemeinsam mit Slowenien und
Jordanien entwickelte Kinderhilfsprojekt für Kinder im Irak
hinweisen: Wir wollen mit diesem Projekt Kindern im Irak
professionelle psychologische Unterstützung, Betreuung und Hilfe
ermöglichen. Bei einem gemeinsamen Besuch mit Außenminister Rupel in
Jordanien am Montag und Dienstag dieser Woche konnten wir uns ein
Bild davon machen, wie wichtig und entscheidend Hilfe für Kinder im
Irak ist. Die Vertreter der Mitgliedsstaaten des Netzwerkes
Menschlicher Sicherheit wollen dieses Projekt unterstützen. Noch in
diesem Monat wird eine Mission in den Irak reisen, um weitere
Schritte für die Projekt-Umsetzung zu prüfen. Bereits im Sommer
sollte dann ein Kinderhilfszentrum in Bagdad seine Aktivitäten
aufnehmen," so die Außenministerin.
Das Netzwerk Menschlicher Sicherheit, "Human Security Network", ist
eine interregionale Gruppe von 13 Staaten aller 5 Kontinente.
Ausgehend von der Landminenkampagne wurde das Netzwerk 1999 mit dem
Ziel gegründet, Initiativen zur Aufrechterhaltung und Stärkung der
Sicherheit des einzelnen Menschen zu entwickeln, der in unserer Zeit
immer häufiger mit grenzüberschreitenden Bedrohungen konfrontiert
wird. Das Netzwerk zeichnet sich einerseits durch den direkten Dialog
zwischen den Außenministern, andererseits durch Kooperation mit
WissenschafterInnen und Führungspersönlichkeiten nicht-staatlicher
Organisationen aus.
Zur Zeit umfasst das Netzwerk folgende Mitglieder: Österreich,
Kanada, Chile, Griechenland, Irland, Jordanien, Mali, die
Niederlande, Norwegen, die Schweiz, Slowenien, Thailand und Südafrika
als Beobachter. Die vom Netzwerk bisher ergriffenen Maßnahmen und
Initiativen betreffen das Verbot von Anti-Personenminen, den
illegalen Handel mit Kleinwaffen, die Bedrohungen durch HIV/Aids und
die Anwendung humanitätsrechtlicher Standards bei internen
Konflikten. Österreich hat den Vorsitz von Chile im Juli 2002
übernommen und wird diesen anlässlich der Grazer Konferenz an Mali
weitergeben.
OTS0213 2003-05-09/14:33
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