- 09.05.2003, 12:27:38
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ÖÄK fordert inhaltlich orientierte Gesundheitsreform
Pjeta: Nationale Gesundheitsziele sinnvoll und erforderlich - mehr Vorsorge angesichts der steigenden Morbidität in Österreich unabdingbar
Wien (OTS) - In Anbetracht der anstehenden Gesundheitsreform und
vor dem Hintergrund der laufenden Diskussionen über Selbstbehalte hat
der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta,
davor gewarnt, ausschließlich eine Debatte über die Finanzierung zu
führen und damit an den Stillstand der vergangenen Jahre anzuknüpfen.
Vor diesem Hintergrund sei jede sinnvolle Initiative zur besseren
Vorsorge der Österreicher zu begrüßen, erklärte Pjeta am Freitag in
einer Presseaussendung. "Es ist überfällig, die Gesundheitsprobleme
des Landes zu thematisieren und nationale Vorsorgestrategien auf
breiter Basis zu entwickeln", stellte der ÖÄK-Präsident fest. "Wir
Ärzte beobachten mit großer Sorge, die Entwicklung einer rapiden
Zunahme chronisch degenerativer und Lifestyle-Erkrankungen, die vor
allem durch Fehl- und Überernährung, mangelnde Bewegung, Stress und
Überkonsum von Genussmitteln verursacht sind. Wir haben im Rahmen
unserer Kampagne Gesundheitsziele mehrfach auf diese dramatische
Negativentwicklung aufmerksam gemacht."
Er wünsche sich vor diesem Hintergrund auch die Formulierung von
Gesundheitszielen auf nationaler Basis nach dem Modell der
Zielformulierungen der Ärzte, so der ÖÄK-Präsident. Pjeta: "Denn es
sollten zuerst die inhaltlichen Zielsetzungen für eine Verbesserung
der Gesundheit der Österreicher entwickelt werden, dann erst sind
Maßnahmen der Organisation und Finanzierung darauf zuzuschneiden.
Andersherum ist eine Gesundheitsreform zum Scheitern verurteilt. Wir
Ärzte stehen für ein Expertengespräch jederzeit zur Verfügung."
Im Rahmen der Initiative Gesundheitsziele haben die Ärztekammern
in der jüngsten Vergangenheit unter anderem für bessere
Versorgungsmodelle im Bereich der Ernährung plädiert, aber auch eine
optimierte Vorsorge und Betreuung für Diabetiker gefordert, deren
Zahl in Österreich jedes Jahr etwa beim Typ-2-Diabetes um rund fünf
Prozent wächst. Weitere Initiativen im Rahmen der
Gesundheitszielekampagne der Ärzte betrafen die bessere Früherkennung
von Prostatakrebs, sowie die Aufwertung der Hospiz- und
Palliativmedizin und die Lage psychisch erkrankter Patienten in
Österreich. (Schluss)
OTS0156 2003-05-09/12:27
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