ÖÄK fordert inhaltlich orientierte Gesundheitsreform

Pjeta: Nationale Gesundheitsziele sinnvoll und erforderlich - mehr Vorsorge angesichts der steigenden Morbidität in Österreich unabdingbar

Wien (OTS) - In Anbetracht der anstehenden Gesundheitsreform und
vor dem Hintergrund der laufenden Diskussionen über Selbstbehalte hat der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta, davor gewarnt, ausschließlich eine Debatte über die Finanzierung zu führen und damit an den Stillstand der vergangenen Jahre anzuknüpfen. Vor diesem Hintergrund sei jede sinnvolle Initiative zur besseren Vorsorge der Österreicher zu begrüßen, erklärte Pjeta am Freitag in einer Presseaussendung. "Es ist überfällig, die Gesundheitsprobleme des Landes zu thematisieren und nationale Vorsorgestrategien auf breiter Basis zu entwickeln", stellte der ÖÄK-Präsident fest. "Wir Ärzte beobachten mit großer Sorge, die Entwicklung einer rapiden Zunahme chronisch degenerativer und Lifestyle-Erkrankungen, die vor allem durch Fehl- und Überernährung, mangelnde Bewegung, Stress und Überkonsum von Genussmitteln verursacht sind. Wir haben im Rahmen unserer Kampagne Gesundheitsziele mehrfach auf diese dramatische Negativentwicklung aufmerksam gemacht."

Er wünsche sich vor diesem Hintergrund auch die Formulierung von Gesundheitszielen auf nationaler Basis nach dem Modell der Zielformulierungen der Ärzte, so der ÖÄK-Präsident. Pjeta: "Denn es sollten zuerst die inhaltlichen Zielsetzungen für eine Verbesserung der Gesundheit der Österreicher entwickelt werden, dann erst sind Maßnahmen der Organisation und Finanzierung darauf zuzuschneiden. Andersherum ist eine Gesundheitsreform zum Scheitern verurteilt. Wir Ärzte stehen für ein Expertengespräch jederzeit zur Verfügung."

Im Rahmen der Initiative Gesundheitsziele haben die Ärztekammern in der jüngsten Vergangenheit unter anderem für bessere Versorgungsmodelle im Bereich der Ernährung plädiert, aber auch eine optimierte Vorsorge und Betreuung für Diabetiker gefordert, deren Zahl in Österreich jedes Jahr etwa beim Typ-2-Diabetes um rund fünf Prozent wächst. Weitere Initiativen im Rahmen der Gesundheitszielekampagne der Ärzte betrafen die bessere Früherkennung von Prostatakrebs, sowie die Aufwertung der Hospiz- und Palliativmedizin und die Lage psychisch erkrankter Patienten in Österreich. (Schluss)

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