- 09.05.2003, 09:59:18
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Grüne: Lungenerkrankungen kommen von Ozon und Dieselruß - Stadt Wien muss endlich handeln
Anlässlich des heute im Wiener Rathaus stattfindenden Allergie- und Asthmatags fordern Grünen die Eindämmung des Autoverkehrs.
Wien (Grüne) - "Die extrem hohen Ozonbelastungen in den letzten
Tagen haben einmal mehr gezeigt, dass wir auch in Wien, vor allem im
Sommer, ein massives Problem mit schlechter Luftqualität haben",
stellt Rüdiger Maresch, Umweltsprecher der Wiener Grünen, anlässlich
des heutige im Rathaus stattfinden Allergie- und Asthmatage fest. Der
in Österreich bisher noch nicht gültige EU-Grenzwert zur Auslösung
der Ozon-Vorwarnstufe wurde in den letzten Tagen vielfach
überschritten.
Angesichts der in den letzten Jahren massiv gestiegenen Allergie-
und Asthmafälle ist vor allem relevant, dass neueste medizinische und
epidemiologische Studien zeigen, dass Pollenallergien und
Asthmaerkrankungen ursächlich von Ozon verursacht werden können. Bei
bereits Erkrankten kommt es bei hohen Ozonbelastungen, wie sie z. B.
in den letzten Tagen aufgetreten sind, zu vermehrten Asthma-Anfällen.
Besonders bedenklich ist auch, dass sportliche Betätigung für
Asthmakranke zwar besonders positive Wirkungen zeigen würde, aber
Sport im Freien für diese Personengruppe an schönen Frühlings- und
Sommertagen gar nicht mehr empfohlen werden kann.
Eine weitere Ursache für den Anstieg an allergischen Erkrankungen
in den industrialisierten Ländern sind Dieselruß und Feinstaub.
Besonders die an den Teilchen angelagerten Schadstoffe werden für
eine Verstärkung von entzündlichen Reaktionen in der Lunge
verantwortlich gemacht. Einer Studie der Weltgesundheitsorganisation
WHO zufolge sind Rußpartikel in Österreich pro Jahr für mehr als
2.400 Todesfälle, 4350 Krankenhausaufenthalte, 2.663 Fälle
chronischer Bronchitis und 58.474 Asthmaanfälle verantwortlich.
Eine wahre Katastrophe ist, dass alle diese bekannten Tatsachen
von der Wiener-Stadtregierung ignoriert werden. Anstatt den
Autoverkehr, der der Hauptverursacher von Ozonbelastung und
Luftverschmutzung mit Feinstaub ist, einzudämmen, wird dieser durch
den Bau weiterer Hochleistungsstraßen, wie z.B. der Lobauautobahn,
forciert. Denn wirkungsvolle Maßnahmen zur Verbesserung der
Luftsituation wären auch auf kommunaler Ebene möglich, z.B. durch die
Förderung des öffentlichen Verkehrs oder durch den forcierten Einsatz
von Biogas als Treibstoff beim Städtischen Fuhrpark.
"Einmal mehr zeigt sich, dass das Gerede von der
‚Umweltmusterstadt Wien' ein reiner PR-Gag ist. Statt effektiven
Umwelt- und Gesundheitsschutz durch sinnvolle Planung und innovative
Technologien umzusetzen, ist das ‚Autobahn betonieren' das
vorrangigste Ziel der SPÖ-Stadtregierung, so Maresch abschließend".
OTS0044 2003-05-09/09:59
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