• 09.05.2003, 09:00:00
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Presseinformation zum Muttertag am 11. Mai

Alleinerziehende Mütter in Chile

Wien (OTS) - Alljährlich bietet uns der Muttertag am 2. Sonntag im
Mai die Gelegenheit, unseren Müttern zu danken und ihnen unsere
Zuneigung zu zeigen. World Vision nützt diesen Anlass, um auf die
Probleme und Schwierigkeiten von alleinerziehenden Müttern in Chile
hinzuweisen. Auf sich selbst gestellt, müssen diese Frauen Tag
täglich für das Überleben ihrer Familie kämpfen.

Weltweit vergrößert sich die Anzahl von Frauen, die unter der
Armutsgrenze leben, ein Phänomen das im allgemeinen als
"Feminisierung der Armut" bezeichnet wird. In Chile wirkt sich dieser
Umstand besonders fatal aus. Mehr als 25 Prozent der chilenischen
Frauen sind alleinerziehende Mütter. Meist leben sie in ärmlichen
Verhältnissen, sind sozial und gesundheitlich nicht abgesichert und
haben aufgrund ihres niedrigen Bildungsgrades und frühen
Schwangerschaften keine Chance auf einen Arbeitsplatz. Durch die
herrschende Armut ist es den Frauen unmöglich, eine Ausbildung zu
absolvieren, und dem Teufelskreis der Armut aus eigener Kraft zu
entfliehen. Der Alltag der alleinerziehenden Frauen in Chile ist
durch Armut, Gewalt und Arbeitslosigkeit gekennzeichnet.

Die internationale Hilfsorganisation World Vision verbessert die
Lebensqualität der betroffenen Familien durch eine gezielte
Ausbildung der Frauen. Das Ausbildungs- und Entwicklungszentrum für
Frauen CECADEM wurde 1995 von World Vision gegründet. Bisher konnten
in Santiago und Temuco bereits 1.600 Personen (davon sind 95 Prozent
Frauen) in verschiedenen Dienstleistungsbereichen ausgebildet werden.
Die Weiterbildungsprojekte von World Vision eröffnen den
Absolventinnen Türen, die ihnen zuvor verschlossen waren.

So berichtet Sandra Ponce, die einen Kurs für Internationale
Küche besuchte: "Die Zeit meiner Ausbildung war für mich und meine
Familie eine außergewöhnliche Erfahrung. Ich erkannte, dass ich mit
meinen neuen Kenntnissen meinen eigenen Weg gehen kann. Jetzt möchte
ich gemeinsam mit meinen Schulkollegen eine Bäckerei eröffnen." So
wie Sandra haben auch alle anderen Absolventen mit dem staatlich
anerkannten Zertifikat, das sie nach Beendigung des meist
dreimonatigen Kurses erhalten, die Chance auf einen gut bezahlten,
angemessenen Arbeitsplatz. Damit soll ihnen die Chance gegeben
werden, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu durchbrechen. "Eine
gute Ausbildung ist die beste Möglichkeit der Armut zu entfliehen,
und das Selbstbewusstsein und die Würde einer Person zu stärken"
meint Patricia Ruiz, Programmdirektorin von CECADEM.

WORLD VISION ist eine international tätige, überkonfessionelle
christliche Hilfsorganisation mit den Schwerpunkten
Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Nothilfe. Weltweit werden
rund 2 Millionen Patenkinder in mehr als 4000 Entwicklungs- und
Soforthilfeprogrammen betreut. Der österreichische World Vision
Verein unterstützt derzeit rund 7000 Patenkinder in sieben
Entwicklungsländern .

OTS0017    2003-05-09/09:00

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