• 08.05.2003, 13:12:40
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Wiener Bezirksfestwochen mit 2000 Veranstaltungen

Mailath: Kulturelle Basisversorgung der Stadt

Wien (OTS) - Unter dem Motto "Neue Träume - neue Räume,
europäische Impressionen" veranstaltet das Wiener
Volksbildungswerk/Verband für Freizeit und Kultur, heuer wieder die
Wiener Bezirksfestwochen. Von 17. Mai bis 22. Juni machen wieder mehr
als 2000 Veranstaltungen in allen 23 Bezirken Wiens die ganze Stadt
zur Bühne eines unverzichtbaren Basiskulturfestivals, das auch
international Anerkennung genießt. Mit einem breiten Programm, das
alle künstlerischen Sparten umfasst und Mitwirkende aus dem gesamten
europäischen Raum einschließt, bieten die Bezirksfestwochen auf den
Straßen und Plätzen der Stadt ein buntes und vielfältiges Angebot,
das großteils bei freiem Eintritt zur Teilnahme einlädt.

Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny bezeichnete die
Bezirksfestwochen in der gemeinsamen Programmpräsentation am
Donnerstag mit dem Präsidenten des Wiener Volksbildungswerkes Ing.
Ernst Nedwed und Generalsekretär Franz Strohmer als wesentlichen
Beitrag zur kulturellen Basisversorgung der Stadt, als Angebot an
alle Menschen, am Kulturleben der Stadt teilzunehmen. Es sei ein
einzigartiges kulturelles Spektrum, das die Bezirksfestwochen bieten
und das ja auch Jahr für Jahr in großem Ausmaß angenommen werde.
Zugleich sei auch das diesjährige Thema bemerkenswert, weil es der
europäischen Entwicklung Rechnung trage, einer Entwicklung, die je
gerade für Wien als alte Metropole in der Mitte des Kontinents mit
historischen Beziehungen zum osteuropäischen Raum nicht neu sei.
Mailath dankte den vielen Beteiligten der Bezirksfestwochen für ihren
Einsatz und wünschte dem Festival viel Erfolg.****

Was mit Wanderungsbewegungen vor Tausenden von Jahren begann,
prägt heute die Kulturlandschaft Europas. Menschen aus verschiedenen
Ländern und Kulturen begegnen einander, mischen sich, lernen
voneinander und grenzen sich auch voneinander ab. Wieder sind neue
Räume in Europa im Entstehen. Die Europäische Union erweitert sich
und politische Verbindungen von Europa und Asien werden diskutiert.
Damit die Chancen, die Hoffnungen und Träume, die man mit
Einigungsprozessen verbinden kann, auch im konkreten Alltag und
Lebensumfeld erlebt werden können, braucht es Voraussetzungen.

"Neue Träume - neue Räume, europäische Impressionen" lautet
daher das diesjährige Motto für die Wiener Bezirksfestwochen. Dieses
Festival, das Kunst und Kultur in die nahe Wohnumgebung, ins Grätzl
bringt, verstand sich schon immer als Plattform für Begegnungen, auch
für Menschen unterschiedlicher Herkunft: ob das nun die soziale oder
die kulturelle Herkunft betrifft, Minderheiten, Migranten und
Migrantinnen oder die 2. und 3. Generation von Zugewanderten. Wenn
man diese Reihe noch ein Stück erweitert, wäre man dann auch schon
bei den "echten Wienern und Wienerinnen".

Von 17. Mai bis 22. Juni ist es wieder soweit: In Zusammenarbeit
mit den Bezirksvorstehungen, Kulturvereinen, KünstlerInnen und
kulturinteressierten Menschen aus dem Bezirken Wiens organisiert das
Team des Wiener Volksbildungswerks mehr als 2000 Veranstaltungen und
Aktionen in den Sparten: Straßentheater, Kindertheater,
Animationsprogramme, Tanz, Musik, Kabarett, Literatur, Kleinkunst ...
Die Mitwirkenden kommen aus vielen Ländern der Welt bzw. mit Wurzeln
von ebendort: Tschechien, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien,
Rumänien, Griechenland, Russland, Türkei, England, Deutschland,
Brasilien, Indien, Japan, USA und natürlich Österreich.

Was haben zum Beispiel eine jüdische Wienerin mit Familie in
England, ein burgenländischer Kroate mit ungarischer Großmutter, ein
bulgarisch-serbischer Rom und ein Grieche, der am liebsten Flamenco
spielt, gemeinsam? Sie alle leben und musizieren in Wien und bringen
als "Mandys Mischpoche" eine bunte Mischung aus Volksmusik der
Kulturen, aus denen die Bandmitglieder stammen.
Timna Brauer versetzt Mozarts "Zauberflöte" an einen Ort zwischen
Klassik, Jazz und Fantasie. Die Oper spielt ja "in einem
orientalischen Märchenland in Märchenzeiten". Timna Brauer, Tochter
des bekannten Wiener Malers und einer aus Jemen stammenden Mutter,
hat einen Teil ihrer Wurzeln ebenfalls im Orient. Zusammen mit ihrem
Mann Elias Meiri aus Israel webt sie nun deutlich orientalische
Elemente in diese Oper und verbindet sie mit Jazz. Es entsteht eine
Neuinterpretation der Oper, die dem Handlungsort Orient mehr
musikalische Bedeutung beimißt.

Die russischen Pantomimen Valeri & Gleb zeigen uns die
Ausdrucksmöglichkeiten des menschlichen Körpers und die Gruppe
"Scharada" (geleitet von Petja Houdjakov) zeigt Musik als
Verständigungsmittel rund um die Welt. "Cello & Gitarre im
Tangofieber" lautet der Titel des Programms von Plamen Samandjiev
(Cello) und Alfredo Garcia-Navas (Gitarre). In dieser ungewöhnlichen
Besetzung spielen die Duopartner aus Bulgarien und Venezuela neben
Klassischem eigene Bearbeitungen der Werke spanischer und
südamerikanischer Komponisten und zuletzt wurde das Duo von der Magie
und Leidenschaft der Tangos von Astor Piazzolla erfaßt. Wir bleiben
in Südamerika und sehen Capoeira: Das ist eine verspielte Form des
Kampfes, ja ein Kampftanz, eine beeindruckende pulsierende Show, die
von Versklavung und Vermischung der Kulturen erzählt. Auch Freunde
der Kleinkunst kommen auf ihre Kosten, eines der Highlights:
"prokobest", Joesi Prokopetz bringt sein best of der letzten 10
Jahre. Die Original Brothers bringen eine Ladung an mitreißendem Rock
’n’ Soul und eine gute Portion Blues. Wienerisches bringen die Wiener
Art Schrammeln zu Gehör: Das Wiener Ensemble für
Schrammelmusik/-avantgarde und allerliebste Lieder/Texte ist aber
nichts für Dogmatiker und Puristen, dafür aber umso mehr für
Neugierige - und das alles in bestechender Qualität. Sie hören die
alte waschechte Wiener Musik und respektlose Neukompositionen,
instrumentale sowie vokale, die geradezu prädestiniert sind dafür,
auch einmal alt zu werden. Auch Dietmar Grieser, Brigitte Neumeister,
Adi Hirschal und Trude Marzik sind in Wien auf Spurensuche unterwegs
und entdecken immer wieder neue Nuancen des Altbekannten und das
beliebte Straßentheaterensemble bringt dieses Jahr die Operette
"Wiener Blut".

Es wird einen Jazz-Schwerpunkt geben (ua mit Elly Wright,
Singers und Allen Smith), ein Kleinkunstfestival, Kindermusicals,
Tanzshows, Clowns und AkrobatInnen, Literatur und Musik in Wiener
Kaffeehäusern, Musik und Unterhaltung bei Park- und Straßenfesten.
Bei der Konzertreihe "Kaleidoskop der Nationen", die in Kooperation
mit der Universität für Musik und darstellende Kunst durchgeführt
wird, haben eine große Zahl von NachwuchskünstlerInnen,
PreisträgerInnen von Wettbewerben und andere besondere Begabungen die
Chance, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Diese Beispiele stellen einen kleinen Ausschnitt aus dem
vielfältigen Programm der Wiener Bezirksfestwochen dar, die
Veranstaltungen können (meist bei freiem Eintritt) besucht werden.
Die aktuellen Termine sind unter http://www.wvw.at/ zu finden. Ab 17.
Mai gibt es die Möglichkeit, sich eine Gratis-Programmbroschüre im
Wiener Volksbildungswerk abzuholen: von Mo-Fr zw. 8.00-16.00,
Vogelweidplatz 9, 1150 Wien. Tel.: 982 24 61. mailto:kultur@wvw.at
(Schluss) gab

OTS0164    2003-05-08/13:12

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