• 08.05.2003, 12:28:05
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ÖH: Unis brauchen Geld

Ministerin Gehrer spricht von "Notzeiten für die Universitäten" - ÖH-Mautz: "Bildungspolitische Bankrotterklärung!"

Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) übt
abermals harte Kritik an den für 2003/2004 vorgesehenen staatlichen
Budgets für die Universitäten. 2003 sinkt das Budget real und
BIP-anteilig weiter, 2004 wird es nominal erstmals den Stand von 1999
wieder erreichen. Bei einer Pressekonferenz hat Bildungsministerin
Gehrer heute selber von "Notzeiten für die Universitäten" gesprochen
und den Hochschulen geraten, ihre Rücklagen aufzulösen.
ÖH-Vorsitzende Andrea Mautz konstatiert angesichts der vorliegenden
Zahlen Sparen an der Zukunft: "Den Universitäten fehlen bereits jetzt
50 Millionen Euro. Die weiteren Kürzungen und der deswegen von
Rektorenchef Winckler angekündigte Aufnahmestopp von
Universitätspersonal führen zu noch schlechteren Studienbedingungen
und treffen somit hauptsächlich die Studierenden."

"Gehrer widerspricht sich, wenn sie einerseits von ‚Notzeiten'
spricht, andererseits versucht, die vorliegenden Zahlen
schönzureden", so Mautz weiter. "In der von der Ministerin
präsentierten Steigerung des Universitätsbudgets für 2003 um gerade
einmal 1 Mio. € sind sowohl Gehaltssteigerung als auch die
Implementierungskosten des Universitätsgesetzes 2002 inkludiert. Es
findet also nicht nur BIP-anteilig sondern auch real eine massive
Kürzung statt." 2004 wird das Budget für Wissenschaft und Forschung
mit 2,4 Mrd. € gerade einmal dem nominalen Stand von 1999
entsprechen. BIP-anteilig ist es weit von den staatlichen
Aufwendungen in den 90-er Jahren entfernt. "Die Universitäten haben
massive Geldschwierigkeiten und die Ministerin weiß keine andere
Antwort, als ihnen zur Auflösung der ohnehin geringen Rücklagen zu
raten. Das ist eine bildungspolitische Bankrotterklärung", so Mautz

Anita Weinberger, zweite Frau im ÖH-Vorsitzteam, befürchtet wegen
des sinkenden Budgets und des angekündigten Aufnahmestopps bei
Universitätslehrenden, dass das Niveau der österreichischen
Universitäten sinken wird: "Leidtragende dieser Budgetpolitik werden
die Studierenden sein. Viele Studierende bekommen bereits jetzt keine
Plätze in Lehrveranstaltungen, brauchen daher länger für ihr Studium
oder brechen es gar frustriert ab. Wenn weiter gespart wird,
verschärft sich die Situation." Weinberger weist besonders darauf
hin, dass es wegen des drohenden Aufnahmestopps an den Universitäten
kein weiteres Lehrpersonal geben wird. "Seit 1995 ist die Zahl der
Professorinnen und Professoren an Österreichs Hochschulen nicht
gestiegen. Damals wie heute sind es 1.850, obwohl Ministerin Gehrer
des öfteren versprochen hat, 500 Vorziehprofessuren zu genehmigen.
Wer letztlich viele und gut gebildete Akademikerinnen und Akademiker
haben möchte, muss auch in Bildung investieren und nicht immer nur
davon reden."

OTS0130    2003-05-08/12:28

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