- 08.05.2003, 12:25:31
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Mailath-Pokorny: Bund schädigt Wien und Österreich
Wien (OTS) - Mit der Streichung der Bundesmittel für die Wiener
Festwochen schade der Bund Wien als Aushängeschild des Kulturlandes
Österreich, sagte Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny am
Donnerstag in einem Mediengespräch am Donnerstag, das die Festwochen
anlässlich des Bekanntwerdens dieser Tatsache angesetzt haben. Ohne
jede Kommunikation zum Thema, so die Leitung der Wiener Festwochen
mit Luc Bondy an der Spitze, habe man gewissermaßen en passant
erfahren, dass die Jahressubvention des Bundes für das Festival von
360.000 Euro bereits für heuer gestrichen sei.
Wien, so Mailath weiter, sei als Hauptsubventionsgeber des
weltweit anerkannten Festivals durch diese Maßnahme des Bundes einmal
mehr betroffen. Es gehe offensichtlich um einen politischen
Kahlschlag für die Wiener Kulturleben, das bereits in den letzten
Jahren einen Ausfall von 15 Millionen Euro an Bundesmitteln
verkraften musste. Die Stadt habe sich um einen Ausgleich bemüht, sie
sei jedoch inzwischen am Ende ihrer diesbezüglichen finanziellen
Möglichkeiten angekommen. Die Maßnahme des Bundes sei künstlerisch
gefährlich, inbesonders der in der Begründung der Maßnahme
getroffene Hinweis auf mangelnde Einflussmöglichkeiten seitens des
Bundes auf das Festival sei entlarvend und gegen jedes
kulturpolitische Verständnis. Aber auch ökonomisch sei dieser Schritt
unklug, da die Festwochen einen entscheidenden Wirtschaftsfaktor für
die Kulturstadt Wien darstellen. Die Verweigerung der Kommunikation
komplettiere das Bild: aus politischen Gründen werde dem Bundesland
Wien und seiner Kultur, damit aber auch der gesamtösterreichischen
Kultur Schaden zugefügt und die durch lange Zeit bewährte
Partnerschaft zwischen dem Bund und Wien in kulturellen Belangen
weiter geschädigt. Er lade Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel und
Staatssekretär Franz Morak ein, so Mailath schließlich, in die
Kommunikation einzutreten und über kulturpolitische Zielsetzungen zu
diskutieren.
Luc Bondy und die leitenden Persönlichkeiten der Festwochen
stellten fest, dass mit der Streichung der Bundesmittel das
Finanzgebäude des Festivals empfindlich getroffen werde. In der
gegenwärtigen Situation sei es aber gar nicht möglich, in irgend
einer Form darauf zu reagieren, alle Veranstaltungen seien auf
Schiene. Auch das Argument, der Bund fördere Projekte, sei
irrelevant, es gebe heuer lediglich eine Persönliche Förderung von
13.000 Euro für Wolfgang Mitterer und sein Musiktheaterprojekt. Er
sehe die Maßnahme als politischen Akt der Bundesregierung, so Bondy,
es gehe offensichtlich auch darum, das Festival zu disziplinieren.
Bondy verwies schließlich auf einen Termin bei Staatsekretär Morak am
16. Mai, den er auf sein Ersuchen erhalten habe. (Schluss) gab/sas
OTS0128 2003-05-08/12:25
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