• 07.05.2003, 10:53:20
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Ausstellung: Berühmte Kunstsammlungen in Ungarn "Lili Ország (1926-1978)" - Eine Malerin aus der Sammlung János Vasilescu sen.

Eröffnung: 8. Mai 2003, 19.00 Uhr - Ungarisches Kulturinstitut Collegium Hungaricum, 1020 Wien, Hollandstraße 4

Wien (OTS) - Die Ausstellung wird von der Kunsthistorikerin und
Kuratorin Marianna Kolozsváry (Ungarische Nationalgalerie) eröffnet

Bröckelige Mauern, salpetrige Freskenüberreste, fensterlose
Wandfragmente, Skulpturtorsos in verwitterten Steinnischen, vergilbte
Papyri, rhythmische Ziffernreihen auf Steinbrettern - aus solchen
Elementen setzt sich die architektonische Ordnung der Bilder der
vielleicht größten ungarischen Malerin des 20. Jahrhunderts, Lili
Ország, zusammen. Am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn entstanden
Werke als Projektionen einer angstbedrückten Einsamkeit, Bilder, die
das unauslöschliche Entsetzen eines jüdischen Teenagers angesichts
des Kriegs und einer unter der Trostlosigkeit der 50er Jahre
leidenden Studentin abbilden. Lili Ország fand ihre eigene Welt 1953
in Tihany, einem Dorf am Plattensee. 1955-1957 legte sie bereits mit
reifen surrealistischen Bildern Selbstbekenntnis ab. Während einer
Reise nach Moskau und Bulgarien kam es zu einer prägenden Begegnung
mit der mystischen Welt der Ikonen: Ihre vibrierenden Ikonenbilder
aus dieser Zeit wirken beunruhigend. Ab den 1960er Jahren schuf sie
eine unverwechselbare, hermetisch abgeschlossen Welt. In ihren
Stadtbildern werden die Grenzen der Zeit verwischt und Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft zu einer eindrucksvollen Synthese
zusammengeführt. Ab 1968 wird die monotone innere Spannung ihrer
Bilder durch ein dynamisches barockartiges Strudeln abgelöst. Nach
einer Reise nach Prag waren ihre Bilder durch die Grabsteine des
jüdischen Friedhofs inspiriert: Stilisierte hebräische Schriftzeichen
wurden zum zentralen Motiv, die mal mit scharfen Konturen, mal mit
feiner und penibler Plastizität und kaum erahnbarer Verschwommenheit
auf steinernen Oberflächen erscheinen. 1973-1978 malte Lili Ország
ihr übergroßes Hauptwerk, eine Labyrinthenreihe aus 48 Tafelbildern,
die den antiken Mythos in die Gegenwart transferiert und die
Zeitlosigkeit von Geschichte und Kunst suggeriert.

Die Ausstellung ist bis 27. Mai geöffnet.
 Eintritt frei
OTS0096    2003-05-07/10:53

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HUN

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