Liesinger Grüne: Unverständlich - SPÖ Liesing will beliebte Bücherei schließen

Scharfe Kritik der Grünen an Stadträtin Laska und Bezirksvorsteher Wurm

Wien (Grüne) - Überraschend verlief die Sitzung der Kulturkommission in der Liesinger Bezirksvertretung am letzen Mittwoch, wo der Resolutionsantrag der Liesinger Grünen für den Erhalt von zwei Städtischen Büchereien behandelt wurde. MA 13-Leiter Wolfgang Lischka und Büchereien-Chef Alfred Pfoser rücken von ihren Plänen nicht ab. Der Grundsatz lautet: zentral gelegene Büchereien an Verkehrsknotenpunkten oder in Einkaufszentren statt eines dichten Netzes von öffentlichen Büchereien gleich vor der Haustüre. Auf diese Weise sollen bis 2005 Wienweit Zweigstellen geschlossen werden. Gleich zwei, Mauer und Rodaun, sind im 23. Bezirk betroffen. Als Ersatz soll ab Anfang 2004 eine größere Bezirksbücherei am Liesinger Platz dienen.

"So wie Lischka und Pfoser das MA13-Konzept präsentiert haben, hätten die beiden Herren die besten Karrierechancen in den Planungsabteilungen von Verbrauchermärkten oder großen Modeketten. Denn diese Firmen errichten neue Filialen tatsächlich nur dort, wo eine maximale Frequenz an KundInnen zu erwarten ist", kritisiert Paul Grohmann, Bezirksrat der Liesinger Grünen.

Grün-Gemeinderätin Claudia Sommer-Smolik bläst ins gleiche Horn:
"Mein Kompliment für die neue Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz. Gleichzeitig werden kleinere Standorte geschlossen. Das ist eine Politik, die sich an rein marktwirtschaftlichen Kriterien orientiert und an den Bedürfnissen von Kindern, älteren und gehbehinderten Menschen vorbeigeht." Und weiter: "Verantwortlich dafür ist die Wiener SPÖ und Stadträtin Grete Laska."

Für die Liesinger Grünen ist klar: Nichts gegen eine neue und moderne Bücherei am Liesinger Platz, aber gleichzeitig Mauer und Rodaun zu schließen, ist für die Menschen im Bezirk untragbar. Die MA 13 bietet an, einen Teil des Buchbestandes den Volksschulen in Mauer und Rodaun zu überlassen. Dabei ist nicht geklärt, ob die Leitung der Volksschulen und die Elternvereine überhaupt dazu bereit sind, in Eigenregie bzw. ehrenamtlich die Bücher zu verwalten. Paul Grohmann begrüßt dieses Angebot, bleibt aber skeptisch: "Wenn das klappt, ist es gut. Nur: Das Ganze steht und fällt mit dem Einsatz einzelner engagierter Personen. Außerdem wird da eigentlich öffentliche Verantwortung auf Private abgewälzt."

"Leider ist von Bezirksvorsteher Wurm keinerlei Engagement für die Erhaltung der beiden Zweigstellen, sondern im Gegenteil, vorauseilenden Gehorsam gegenüber den Plänen von Stadträtin Laska zu beobachten. Das werden die Liesinger nicht gutheißen" so Grohmann abschließend.

Für weitere Informationen: Paul Grohmann, Tel. 0699-19 24 92 74

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