- 07.05.2003, 10:08:53
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Liesinger Grüne: Unverständlich - SPÖ Liesing will beliebte Bücherei schließen
Scharfe Kritik der Grünen an Stadträtin Laska und Bezirksvorsteher Wurm
Wien (Grüne) - Überraschend verlief die Sitzung der
Kulturkommission in der Liesinger Bezirksvertretung am letzen
Mittwoch, wo der Resolutionsantrag der Liesinger Grünen für den
Erhalt von zwei Städtischen Büchereien behandelt wurde. MA 13-Leiter
Wolfgang Lischka und Büchereien-Chef Alfred Pfoser rücken von ihren
Plänen nicht ab. Der Grundsatz lautet: zentral gelegene Büchereien an
Verkehrsknotenpunkten oder in Einkaufszentren statt eines dichten
Netzes von öffentlichen Büchereien gleich vor der Haustüre. Auf diese
Weise sollen bis 2005 Wienweit Zweigstellen geschlossen werden.
Gleich zwei, Mauer und Rodaun, sind im 23. Bezirk betroffen. Als
Ersatz soll ab Anfang 2004 eine größere Bezirksbücherei am Liesinger
Platz dienen.
"So wie Lischka und Pfoser das MA13-Konzept präsentiert haben,
hätten die beiden Herren die besten Karrierechancen in den
Planungsabteilungen von Verbrauchermärkten oder großen Modeketten.
Denn diese Firmen errichten neue Filialen tatsächlich nur dort, wo
eine maximale Frequenz an KundInnen zu erwarten ist", kritisiert Paul
Grohmann, Bezirksrat der Liesinger Grünen.
Grün-Gemeinderätin Claudia Sommer-Smolik bläst ins gleiche Horn:
"Mein Kompliment für die neue Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz.
Gleichzeitig werden kleinere Standorte geschlossen. Das ist eine
Politik, die sich an rein marktwirtschaftlichen Kriterien orientiert
und an den Bedürfnissen von Kindern, älteren und gehbehinderten
Menschen vorbeigeht." Und weiter: "Verantwortlich dafür ist die
Wiener SPÖ und Stadträtin Grete Laska."
Für die Liesinger Grünen ist klar: Nichts gegen eine neue und
moderne Bücherei am Liesinger Platz, aber gleichzeitig Mauer und
Rodaun zu schließen, ist für die Menschen im Bezirk untragbar. Die MA
13 bietet an, einen Teil des Buchbestandes den Volksschulen in Mauer
und Rodaun zu überlassen. Dabei ist nicht geklärt, ob die Leitung der
Volksschulen und die Elternvereine überhaupt dazu bereit sind, in
Eigenregie bzw. ehrenamtlich die Bücher zu verwalten. Paul Grohmann
begrüßt dieses Angebot, bleibt aber skeptisch: "Wenn das klappt, ist
es gut. Nur: Das Ganze steht und fällt mit dem Einsatz einzelner
engagierter Personen. Außerdem wird da eigentlich öffentliche
Verantwortung auf Private abgewälzt."
"Leider ist von Bezirksvorsteher Wurm keinerlei Engagement für die
Erhaltung der beiden Zweigstellen, sondern im Gegenteil,
vorauseilenden Gehorsam gegenüber den Plänen von Stadträtin Laska zu
beobachten. Das werden die Liesinger nicht gutheißen" so Grohmann
abschließend.
Für weitere Informationen: Paul Grohmann, Tel. 0699-19 24 92 74
OTS0061 2003-05-07/10:08
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