- 07.05.2003, 09:12:42
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AK klagt Lebensmitteldiskonter Lidl wegen "Alpenidylle"-Werbung bei Schweinsschnitzeln
Konsumenten werden getäuscht - AK will verstärkt gegen irreführende Werbung mit ländlicher Idylle vorgehen
Wien (AK) - Die AK wird künftig verstärkt gegen irreführende
Lebensmittel-Werbung vorgehen, die eine ländliche Idylle mit
"glücklichen" Schweinen oder Mastrindern auf grünen Wiesen
vorgaukelt. Konkret hat die AK Mitte April eine Klage gegen den
Lebensmitteldiskonter Lidl eingebracht, der seine sehr billigen
Schweinsschnitzel mit sieben Schweinen auf einer saftig grünen Wiese
bewirbt - Alpenidylle pur. Die Konsumenten werden getäuscht, sagt die
AK, denn herkömmliches Fleisch hat nichts mit Freilandhaltung zu tun.
Außerdem hat Fleisch von "glücklichen" Tieren meist spezielle
Gütezeichen.
Die AK hat nun anlässlich einer Alpenidylle-Werbung bei
Schweinsschnitzeln gegen Lidl eine Klage nach dem Gesetz gegen den
unlauteren Wettbewerb (UWG) wegen Irreführung eingebracht. Frische
österreichische Schweinsschnitzel werden mit sieben Schweinen auf
einer grünen Wiese beworben in einer Alpenidylle mit Wald, einem
ländlich aussehenden Bauernhaus und hochalpinem Gebirge. Konsumenten
sollen den Eindruck haben, dass das Fleisch eine vorzügliche Qualität
hat, die Tiere vor der Schlachtung naturverbunden gehalten wurden,
und die Konsumenten dadurch kein schlechtes Gewissen beim Essen haben
brauchen. Jedoch haben die beworbenen Produkte zu Diskontpreisen mit
Freilandhaltung nichts zu tun. Statt Konsumenten mit schönen Bildern
etwas vorzutäuschen, sollen die Haltungsbedingungen der Tiere
verbessert werden, sagt die AK.
Denn der Alltag sieht leider anders aus: Mehr als 99 Prozent der
Mastschweine kommen niemals ins Freie. Ihr Platz beschränkt sich
meist auf die gesetzlich vorgegebenen 0,7 Quadratmeter. Tatsächlich
stehen sie nicht auf der grünen Wiese, sondern auf Betonspaltenböden.
Nur ein verschwindend geringer Teil der Mastschweine lebt auf Stroh
oder darf ab und zu ins Freie. Diese Tiere werden jedoch meist unter
speziellen Programmen und unter speziellen Gütezeichen vermarktet und
kommen dadurch auch nur klar gekennzeichnet und zu einem höheren
Preis in die Regale, sagt die AK. Herkömmliches Fleisch hat mit
Naturhaltung nichts zu tun. Dies sollte dem Konsumenten auch nicht
mehr vorgemacht werden.
OTS0031 2003-05-07/09:12
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