AK klagt Lebensmitteldiskonter Lidl wegen "Alpenidylle"-Werbung bei Schweinsschnitzeln

Konsumenten werden getäuscht - AK will verstärkt gegen irreführende Werbung mit ländlicher Idylle vorgehen

Wien (AK) - Die AK wird künftig verstärkt gegen irreführende Lebensmittel-Werbung vorgehen, die eine ländliche Idylle mit "glücklichen" Schweinen oder Mastrindern auf grünen Wiesen vorgaukelt. Konkret hat die AK Mitte April eine Klage gegen den Lebensmitteldiskonter Lidl eingebracht, der seine sehr billigen Schweinsschnitzel mit sieben Schweinen auf einer saftig grünen Wiese bewirbt - Alpenidylle pur. Die Konsumenten werden getäuscht, sagt die AK, denn herkömmliches Fleisch hat nichts mit Freilandhaltung zu tun. Außerdem hat Fleisch von "glücklichen" Tieren meist spezielle Gütezeichen.

Die AK hat nun anlässlich einer Alpenidylle-Werbung bei Schweinsschnitzeln gegen Lidl eine Klage nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) wegen Irreführung eingebracht. Frische österreichische Schweinsschnitzel werden mit sieben Schweinen auf einer grünen Wiese beworben in einer Alpenidylle mit Wald, einem ländlich aussehenden Bauernhaus und hochalpinem Gebirge. Konsumenten sollen den Eindruck haben, dass das Fleisch eine vorzügliche Qualität hat, die Tiere vor der Schlachtung naturverbunden gehalten wurden, und die Konsumenten dadurch kein schlechtes Gewissen beim Essen haben brauchen. Jedoch haben die beworbenen Produkte zu Diskontpreisen mit Freilandhaltung nichts zu tun. Statt Konsumenten mit schönen Bildern etwas vorzutäuschen, sollen die Haltungsbedingungen der Tiere verbessert werden, sagt die AK.

Denn der Alltag sieht leider anders aus: Mehr als 99 Prozent der Mastschweine kommen niemals ins Freie. Ihr Platz beschränkt sich meist auf die gesetzlich vorgegebenen 0,7 Quadratmeter. Tatsächlich stehen sie nicht auf der grünen Wiese, sondern auf Betonspaltenböden. Nur ein verschwindend geringer Teil der Mastschweine lebt auf Stroh oder darf ab und zu ins Freie. Diese Tiere werden jedoch meist unter speziellen Programmen und unter speziellen Gütezeichen vermarktet und kommen dadurch auch nur klar gekennzeichnet und zu einem höheren Preis in die Regale, sagt die AK. Herkömmliches Fleisch hat mit Naturhaltung nichts zu tun. Dies sollte dem Konsumenten auch nicht mehr vorgemacht werden.

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