• 06.05.2003, 15:20:21
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WKÖ: WIFI-Chef Landertshammer: "EU-Bildungsbenchmarks sind Arbeitsauftrag für Österreich"

Aufholbedarf bei lebenslangem Lernen und Fachhochschulen im Wirtschaftsbereich

Wien (PWK 277) - "Die neuen EU-Bildungsbenchmarks sind ein Schritt
in die richtige Richtung und stellen einen klaren Arbeitsauftrag für
Österreich dar", sagt Michael Landertshammer, Chef des WIFI der
Wirtschaftskammer Österreich in einer Reaktion auf das gestrige
Treffen der EU-Bildungsminister, bei dem fünf Zielvorgaben für
Bildung und Qualifikation in der EU festgelegt wurden. "Auf den
ersten Blick schneidet Österreich im EU-Vergleich ganz gut ab. Beim
Anteil der Schulabbrecher zählen wir gemeinsam mit Schweden und
Finnland zu den ,best performern' und auch das Ziel, dass 85 Prozent
der 22-Jährigen die Sekundarstufe 2 abgeschlossen haben sollen, haben
wir längst erfüllt. Das ist aber kein Grund, um sich auf den
Lorbeeren auszuruhen. Ganz im Gegenteil."

Vor allem bei der Steigerung der Hochschulabsoventen in
naturwissenschaftlichen Studienrichtungen und beim so genannten
lebenslangen Lernen bestehe für Österreich Aufholbedarf. "Um das
EU-Ziel einer 15-prozentigen Steigerung der Absolventenzahlen in
Mathematik, Wissenschaft und Technologie bis 2010 zu erreichen, muss
in Österreich der Fachhochschulausbau auf die wirtschaftsnahen Fächer
in diesen Bereichen konzentriert werden", so Landertshammer. Auch die
forcierte Einführung von Bakkalaureatsstudien an den Universitäten
würde Österreich zu einem besseren Platz im EU-Ranking verhelfen und
damit die Wettbewerbsfähigkeit in einem Schlüsselbereich der
Wirtschaft verbessern.

Auch wenn der Weiterbildungsbedarf - Stichwort lebenslanges Lernen -
in Österreich aufgrund der hervorragenden Facharbeiterausbildung -
auf den ersten Blick geringer erscheint als in Ländern, in denen das
Bildungssystem sehr stark "schulbasiert" ist, muss der Verbesserung
der Rahmenbedingungen in diesem Bereich absolute Priorität eingeräumt
werden. Landertshammer: "Der Weiterbildungsfreibetrag von 20 Prozent
für Unternehmer ist ein erstes wichtiges Signal, das die Leistung der
Unternehmen in diesem Bereich würdigt und Anreize für verstärkte
Investitionen in Weiterbildung setzt. Das allein reicht uns aber
nicht. Die Unternehmen müssen zusätzlich entlastet werden." Konkret
fordert der WIFI-Chef etwa, den Weiterbildungsfreibetrag für
Kleinstbetriebe, also solche mit weniger als 20 Mitarbeitern, sowie
für betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen zu Gunsten besonderer
Zielgruppen wie älterer Arbeitnehmer oder Wiedereinsteigerinnen auf
40 Prozent zu verdoppeln.

"Bildung und Qualifikation sind für die österreichische Wirtschaft
von zentraler Bedeutung. Neue Herausforderungen durch
gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Wandel
erfordern auch im Bildungsbereich eine Neuorientierung. Nur rasches
Handeln kann sicherstellen, dass das hohe Leistungsniveau unserer
Schulen, Hochschulen und ausbildenden Unternehmen auf lange Sicht
sichergestellt und damit Wohlstand und sozialer Zusammenhalt erhalten
werden können", so Landertshammer abschließend.

OTS0200    2003-05-06/15:20

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