Programm für "A Letter To The Stars" - 5. Mai 2003

Ab 11.30 Uhr am Heldenplatz

Wien (OTS) - 80.000 Menschen aus Österreich - Juden, politisch Verfolgte, Roma und Sinti, Behinderte, Homosexuelle und Gläubige -wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Wir können all diese Menschen nicht wieder lebendig machen, aber wir können ihnen ihren Namen, ihr Gesicht, ihre Würde zurückgeben.

Am Projekt A Letter To The Stars beteiligen sich bereits mehr als 500 Schulen mit rund 15.000 SchülerInnen aus ganz Österreich. Sie erforschen die Lebensgeschichten der österreichischen Opfer und schaffen so unter http://www.LetterToTheStars.at ein Living Memorial, ein Archiv ganz persönlicher Lebensgeschichten.

Am 5. Mai, dem wird in der Zeit von 11.30 Uhr bis 14.00 Uhr am geschichtsträchtigen Wiener Heldenplatz eine große Gedenkveranstaltung abgehalten.

Im Rahmen dieser würdigen, stimmungsvollen Veranstaltung, die unter anderem von Zeitzeugen, SchülerInnen, Künstlern, Musikern und Schauspielern getragen wird, werden zigtausende weiße Luftballons den Heldenplatz umrahmen.

Die Veranstaltung wird moderiert von Harald Krassnitzer, der sich - so wie alle Mitwirkenden - ohne Gage zur Verfügung stellt. Krassnitzer: "Mein Großvater Franz Auer, ein Sozialdemokrat, war im KZ Dachau und konnte nur durch viel Glück überleben."
Die Initiatoren von A Letter To The Stars, die Journalisten Alfred Worm, Andreas Kuba und Josef Neumayr, laden alle ÖsterrereicherInnen ein, am 5. Mai gemeinsam "ein Zeichen für das neue Österreich" zu setzen.

Die Initiatoren bedanken sich bei den vielen "Helping Hands", die das Projekt ermöglicht haben. Als bemerkenswert gilt das Engagement der Bundesrepublik Deutschland. Der Vertreter der BRD in Österreich, Botschafter Hans-Henning Horstmann, unterstützt das österreichische Schulprojekt mit 10.000 Euro. "Genau so muss man Geschichte aufarbeiten", sagt er. "Ich hoffe, dass diese Idee auch in Deutschland aufgegriffen wird."

Während des gesamten 5. Mai ermöglicht mobilkom austria via SMS "die Fortführung des Projekts". Vom jedem SMS das am 5. Mai an die Nummer 0664 660 05 05 geschickt wird, erhält das Projekt 30 Cent. Jede Rufnummer wird aber nur ein Mal gezählt.

Ausschnitte aus dem Programm:

Die Eröffnung gestalten 10 Zeitzeugen der verschiedenen Opfergruppen. Jeder Zeitzeuge - darunter Leon Askin, 91, Antonia Bruha, 84, Leopold Engleitner, 97, - verliest ein Statement und legt gemeinsam mit einem/r Schüler/in eine weiße Rose (Symbol des Widerstands) nieder.

Fünfzehn Holocaust-Überlebende, die heute in Israel leben, legen auf dem Balkon der Hofburg zur Erinnerung an ihre ermordeten Angehörigen gemäß einem jüdischen Ritual Steine nieder.
Um 12.30 Uhr - nach der Rede von HBP Dr. Thomas Klestil - werden unter dem Glockengeläute aller wichtigen Kirchen in Österreich zigtausende Luftballons mit Briefen in die Höhe steigen: geht der Wind Richtung Schwechat dürfen die Ballons nicht losgelassen werden. In diesem Fall werden die Ballons an langen Leinen Höhe Oberkante Hofburg losgelassen und einen wunderschönen Rahmen für die Veranstaltung bilden. Geht der Wind nicht Richtung Schwechat können die Ballons in den Himmel steigen.

Antonia und Miriam, zwei 12jährige Mädchen der SchülerInnenschule WUK werden vom Balkon der Hofburg ihren Brief an Professor Karl Stojka vortragen. Karl Stojka, der mit elf Jahren in das KZ Auschwitz gebracht wurde, ist einer der wesentlichen Unterstützer von A Letter To The Stars. Er verstarb am 9. April 2003 mit 71 Jahren.Karls Tochter, Bianca Stojka, wird am 5. Mai ihr Debüt als Sängerin geben. Sie komponierte und textete die "Hymne" A Letter To The Stars für das Projekt.

Weitere musikalische Highlights: der deutsche Sänger und Liedermacher Konstantin Wecker mit einem Lied über die Widerstandsgruppe Weiße Rose. Die zehn Finalisten von Starmania, die ihr "Tomorrow’s Heroes" eigens für das Projekt umgetextet haben. Die St. Florianer Sängerknaben mit einem ergreifenden Tribut an die Ermordeten von Mauthausen. Die US-amerikanische Jazzpoetin Ruth Weiss, die als elfjähriges Mädchen mit dem letztmöglichen Zug Österreich verlassen konnte.

Rückfragen & Kontakt:

Verein Lernen aus der Zeitgeschichte
Maríahilferstr. 123/3/38
1060 Wien
Josef Neumayr
0699 19422425

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0016