- 30.04.2003, 16:56:13
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Randa hat den Machtkampf verloren
WirtschaftsBlatt-Kommentar
Wien (OTS) - Was im HypoVereinsbank-Konzern abläuft, ist
kabarettreif. Der neue HVB-Chef Dieter Rampl kündigt vor Journalisten
an, dass die BA-CA ihren Sonderstatus verlieren und der wichtige
"Bank der Regionen“-Vertrag, der die Eigenständigkeit der
Österreich-Tochter garantiert, nach seinem Auslaufen im Jahr 2005
nicht verlängert wird. Rampl hat sein Statement, so die
HVB-Pressestelle in München, nicht zurückgenommen.
Seit Bekanntwerden von Rampls Aussagen ist bei der BA-CA in Wien
der Teufel los. Kein geringerer als HVB-Vorstand Gerhard Randa, der
als BA-CA-Chef den Deal mit den Münchnern eingefädelt hat, behauptet
jetzt das komplette Gegenteil von Rampl. Wer von den beiden Recht
hat, kann man erst feststellen, wenn der gesamte "Bank der
Regionen“-Vertrag veröffentlicht wird. Aber weder Rampl noch Randa
wollen mit dem Vertragswerk herausrücken.
Letztendlich ist aber schon jetzt klar, dass Rampl aus diesem
Machtkampf als Sieger hervorgehen wird. Randa mag zwar der mächtigste
Banker Österreichs sein, doch im HVB-Konzern hat Rampl das Sagen.
Egal, wie man es mit dem "Bank der Regionen“-Vertrag drehen und
wenden mag, die BA-CA ist eine 100-prozentige Tochter der HVB. Die
Konzernentscheidungen fallen definitiv nicht in Wien, sondern in
München. Randa ist zwar in den HVB-Vorstand aufgerückt, doch er kann
dort von den fünf anderen Mitgliedern locker überstimmt werden.
Mag Randa die BA-CA einst wie ein Alleinherrscher geführt haben,
in der HVB ist seine Macht beschränkt. Und es ist doch logisch, dass
die Münchner mit den Sonderregelungen in Österreich (wie dem
kostspieligen Sparkassen-Kollektivvertrag) aufräumen werden. Auch
Randa hat die Creditanstalt nach fünfjährigem Fusionsverbot zur Gänze
in die Bank Austria integriert und alle Unterschiede beseitigt.
Das Absurde am jetzigen Streit ist, dass der umstrittene "Bank der
Regionen“-Vertrag von der HVB und der AVZ-Stiftung als früherer
BA-CA-Eigentümer beschlossen wurde und nur von beiden Parteien
gekündigt werden kann. Und in der AVZ-Stiftung sitzen noch immer
HVB-Vorstand Randa und viele BA-CA-Vorstände, die bei allen
Beschlüssen mit Randa durch dick und dünn gehen. Randa wird noch das
Opfer seiner Doppelfunktion werden. Er kann nicht gleichzeitig als
HVB-Vorstand die BA-CA integrieren und als AVZ-Stiftungsvorstand auf
deren Unabhängigkeit pochen. Oder will die AVZ-Stiftung den HVB-Chef
klagen?
Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Redaktionstel.: (01) 60 117/305
http://www.wirtschaftsblatt.at
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