KONTAKTE ZWISCHEN SERBIEN UND ÖSTERREICH SOLLEN INTENSIVIERT WERDEN Khol begrüßt Annäherung von Serbien und Montenegro an die EU

Wien (PK) - Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sprachen sich sowohl Khol als auch Micic für eine weitere Intensivierung der Kontakte zwischen Österreich und Serbien sowohl auf politischer
als auch auf wirtschaftlicher Ebene aus. Es sei sehr schön, dass hier eine neue Seite der österreichisch-serbischen Beziehungen aufgeschlagen wird, sagte Khol und stellte die Einrichtung einer serbisch-österreichischen parlamentarischen Freundschaftsgruppe
in Aussicht. Für ihn ist das serbische Parlament ein wichtiger Faktor der Stabilität in Serbien, und ohne politische Stabilität in Serbien gebe es, so Khol, keine Stabilität am Balkan.

Natasa Micic zeigte sich sehr zufrieden mit dem bisherigen
Verlauf der Gespräche und betonte, es sei kein Zufall, dass ihr erster offizieller Auslandsbesuch nach Österreich führe. Sie bedankte sich namens Serbien für die bisherige Hilfe und meinte, Österreich habe bewiesen, dass es ein konstruktiver und ehrlicher Freund sei. Was die wirtschaftlichen Beziehungen betrifft,
erwartet sich Micic durch politische Stabilität und neue
rechtliche Rahmenbedingungen weitere Investitionen
österreichischer Unternehmen in Serbien. "Wir wollen ein Faktor
der Stabilität sein und kein Krisenherd", bekräftigte sie und verwies in diesem Zusammenhang auf den verschärften Kampf gegen
die organisierte Kriminalität nach der Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic. Ihr zufolge wird gegen rund viertausend Personen vorgegangen. Laut Micic ist auch eine neue Verfassung in Ausarbeitung, im Herbst sollte ein Entwurf zur Begutachtung und Beschlussfassung vorliegen.

Khol wies darauf hin, dass Österreich im Jahr 2002 seine Exporte nach Serbien und Montenegro um 31 % steigern konnte und die
Importe aus Serbien und Montenegro im gleichen Zeitraum um 88 % gestiegen sind. Österreich habe bereits mehr als 200 Firmenniederlassungen in Serbien und Montenegro.

Der Nationalratspräsident machte darüber hinaus darauf
aufmerksam, dass an den österreichischen Versöhnungsfonds 3.500 Ansuchen aus Serbien und Montenegro gerichtet wurden. Mehr als
die Hälfte der Ansuchen konnten positiv entschieden werden, in Summe wurden mehr als 4 Mill. € ausbezahlt. Durch die Verlängerung der Einreichfrist sind Khol zufolge nun neue Anträge zu erwarten. Der Versöhnungsfonds wurde zur Entschädigung von Zwangsarbeitern eingerichtet, die während der NS-Zeit auf österreichischem Gebiet eingesetzt waren. (Schluss)

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