- 30.04.2003, 13:01:59
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KONTAKTE ZWISCHEN SERBIEN UND ÖSTERREICH SOLLEN INTENSIVIERT WERDEN Khol begrüßt Annäherung von Serbien und Montenegro an die EU
Wien (PK) - Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sprachen sich
sowohl Khol als auch Micic für eine weitere Intensivierung der
Kontakte zwischen Österreich und Serbien sowohl auf politischer
als auch auf wirtschaftlicher Ebene aus. Es sei sehr schön, dass
hier eine neue Seite der österreichisch-serbischen Beziehungen
aufgeschlagen wird, sagte Khol und stellte die Einrichtung einer
serbisch-österreichischen parlamentarischen Freundschaftsgruppe
in Aussicht. Für ihn ist das serbische Parlament ein wichtiger
Faktor der Stabilität in Serbien, und ohne politische Stabilität
in Serbien gebe es, so Khol, keine Stabilität am Balkan.
Natasa Micic zeigte sich sehr zufrieden mit dem bisherigen
Verlauf der Gespräche und betonte, es sei kein Zufall, dass ihr
erster offizieller Auslandsbesuch nach Österreich führe. Sie
bedankte sich namens Serbien für die bisherige Hilfe und meinte,
Österreich habe bewiesen, dass es ein konstruktiver und ehrlicher
Freund sei. Was die wirtschaftlichen Beziehungen betrifft,
erwartet sich Micic durch politische Stabilität und neue
rechtliche Rahmenbedingungen weitere Investitionen
österreichischer Unternehmen in Serbien. "Wir wollen ein Faktor
der Stabilität sein und kein Krisenherd", bekräftigte sie und
verwies in diesem Zusammenhang auf den verschärften Kampf gegen
die organisierte Kriminalität nach der Ermordung des serbischen
Ministerpräsidenten Zoran Djindjic. Ihr zufolge wird gegen rund
viertausend Personen vorgegangen. Laut Micic ist auch eine neue
Verfassung in Ausarbeitung, im Herbst sollte ein Entwurf zur
Begutachtung und Beschlussfassung vorliegen.
Khol wies darauf hin, dass Österreich im Jahr 2002 seine Exporte
nach Serbien und Montenegro um 31 % steigern konnte und die
Importe aus Serbien und Montenegro im gleichen Zeitraum um 88 %
gestiegen sind. Österreich habe bereits mehr als 200
Firmenniederlassungen in Serbien und Montenegro.
Der Nationalratspräsident machte darüber hinaus darauf
aufmerksam, dass an den österreichischen Versöhnungsfonds 3.500
Ansuchen aus Serbien und Montenegro gerichtet wurden. Mehr als
die Hälfte der Ansuchen konnten positiv entschieden werden, in
Summe wurden mehr als 4 Mill. € ausbezahlt. Durch die
Verlängerung der Einreichfrist sind Khol zufolge nun neue Anträge
zu erwarten. Der Versöhnungsfonds wurde zur Entschädigung von
Zwangsarbeitern eingerichtet, die während der NS-Zeit auf
österreichischem Gebiet eingesetzt waren. (Schluss)
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