GLASER: PLÄNE ZUR EU-AGRARREFORM MÜSSEN GEMILDERT WERDEN

Direktzahlungen an Betriebe sollten grundsätzlich an landwirtschaftliche Produktion gekoppelt bleiben

Wien, 30. April 2003 (ÖVP-PK) Der derzeit vorliegende Entwurf zur Reform der EU-Agrarpolitik wird in vielen Punkten sicher noch abgeändert. Davon zeigte sich ÖVP-Abg. Franz Glaser heute, Mittwoch, überzeugt. Vor allem die von der EU-Kommission vorgeschlagene Entkoppelung der Direktzahlungen von der bäuerlichen Produktion würde gravierende Nachteile für die heimische Landwirtschaft bringen, fürchtet Glaser.****

Der derzeit diskutierte Vorschlag von EU-Kommissar Franz Fischler sei bereits moderater gegenüber dem ursprünglichen Konzept. Glaser steht aber weiterhin zu seiner Hauptforderung: "Direktzahlungen an die Betriebe müssen zu einem gewissen Grad an die landwirtschaftliche Erzeugung gekoppelt bleiben. Kern des Systems der Direktzahlungen sollte die Produktion bleiben und nicht die Nicht-Produktion." Vor allem auf weniger begünstigte Agrarregionen würde sich eine völlige Abkehr vom bisherigen System nachteilig auswirken. "Die Landwirtschaft in Ungunstlagen würde weniger Wertschöpfung erzielen, und damit würden Arbeitsplätze im ländlichen Raum verloren gehen", sagte Glaser.

Positiv bewertet er die bereits vereinbarte Verlängerung des EU-Milchquotensystems bis zum Jahr 2015. Weniger kann Glaser dafür der geplanten Richtpreissenkung für Milch abgewinnen, die in fünf Stufen insgesamt einen Umfang von 28 Prozent erreichen soll. "Damit werden vor allem kleinere Milch erzeugende Betriebe in extreme Schwierigkeiten kommen", so Glaser.

EU-Erweiterung: Gute Marktchancen für heimische Qualitäts-Milchprodukte

Die EU-Erweiterung ab 2004 werde für den heimischen Milchmarkt neue Rahmenbedingungen bringen. "Auf billige Standarderzeugnisse kommt ein härterer Konkurrenzkampf zu. Dagegen steigen für hochwertige Milchprodukte die Marktchancen", zitierte Glaser aktuelle Prognosen. So werden in Ungarn pro Kopf jährlich erst 216 kg Milch konsumiert, in der EU sind es 326 kg.

"Damit hat die Südburgenland-Molkerei neue Chancen, ihre Qualitätsschiene weiter auszubauen. Die Strategie, heimische Rohprodukte gekonnt zu veredeln und sich mit regionalen Marken auf dem Markt zu behaupten, verspricht auch nach der EU-Erweiterung weiterhin Erfolg", so Glaser.
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