- 28.04.2003, 13:32:54
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Internationaler Tag des Gesundheitsschutzes: Gedenken für verunglückte Bauarbeiter
GBH: Gedenkstein in Wien-Favoriten enthüllt
Wien (GBH/ÖGB). Anlässlich des 2. Internationalen Tages des
Gesundheitsschutzes des IBBH (Internationaler Bund der Bau- und
Holzarbeiter) wurde heute in Anwesenheit prominenter VertreterInnen
aus Politik, Sozialpartnerschaft und AUVA eine Gedenktafel für all
jene BauarbeiterInnen enthüllt, die in Ausübung ihres Berufes ums
Leben gekommen sind.++++
Zahlreiche Ehrengäste, darunter die Favoritner Bezirksvorsteherin
Hermine Mospointner, der Bundesinnungsmeister der Steinmetzmeister KR
Franz Bamberger, der Generaldirektor der Fa. PORR DI Horst
Pöchhacker, der Direktor der AUVA (Allgemeine
Unfallversicherungsanstalt) Helmut Pichler und der Bundesvorsitzende
der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer
begleiteten den Festakt zur Enthüllung der Gedenktafel im Favoritner
Keplerpark.
In ihren Reden gingen die Ehrengäste vor allem auf das menschliche
Leid, aber auch auf die enormen volkswirtschaftlichen Kosten, die
durch Arbeitsunfälle und berufsbedingte Erkrankungen entstehen, und
auf Maßnahmen dagegen ein.
Gleichzeitig wurde als Symbol für das Leben auch ein Blauglockenbaum
gepflanzt.
Ziel dieses Aktionstages des IBBH ist es, weltweit darauf aufmerksam
zu machen, welch wichtige Leistungen die BauarbeiterInnen für die
Gesellschaft vollbringen und unter welch schwierigen und gefährlichen
Arbeitsbedingungen sie das oft tun müssen.
Jedes Jahr kommen weltweit rund 100.000 Bau-ArbeitnehmerInnen bei
ihrer Arbeit ums Leben, noch viel mehr Menschen verletzen sich
erheblich oder erkranken in ihrem Beruf. Oft fehlt es an den
grundsätzlichsten Sicherheitsmaßnahmen.
In Österreich ist vieles geschehen. Durch gemeinsame Anstrengungen
der Sozialpartner, der Betriebe und der AUVA ist es gelungen, die
Gesamtzahl der Arbeitsunfälle seit 1970 um 29 % oder 32.000 zu
senken. Im Baubereich konnte die Zahl der Arbeitsunfälle sogar um
rund 10.000 oder 38 % verringert werden, die tödlichen Unfälle
konnten von 323 auf 28 gesenkt werden.
Gerade Jugendliche sind besonders betroffen. 28.600 junge Menschen
von 15 bis 25 Jahren erleiden jährlich einen Arbeitsunfall. Die AUVA
hat nun die Aktion "Gib Acht!" für Jugendliche gestaltet.
Auf Initiative der Gewerkschaft Bau-Holz wurde es in der AUVA
ermöglicht, jugendlichen Bau-ArbeitnehmerInnen 15.000
Arbeitsschutzbrillen und 14.500 Arbeitsschutzhelme im Gesamtwert von
300.000 Euro kostenlos zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig werden
die jugendlichen Bau-ArbeitnehmerInnen über die Gefahren ihres
Berufes und über Vermeidungsmöglichkeiten informiert. So wird auch
die 2002 gestartete erfolgreiche GBH-Jugendkampagne "Sicherheit am
Bau" erfolgreich fortgesetzt.
Trotzdem: Jeder Tote, jeder Verletzte ist einer zuviel. Ziel muss es
sein, weiterhin und verstärkt Maßnahmen in der Gesundheitsvorsorge
und Unfallverhütung zu setzen.
Leider geht die Bundesregierung im Augenblick gerade den umgekehrten
Weg. Bundesvorsitzender Driemer: "Die Bundesregierung beabsichtigt,
der AUVA Geldmittel zu entziehen. Damit werden gerade ihre
Kernaufgaben Arbeitssicherheit und Prophylaxe in den Betrieben in
Frage gestellt."
Von den Vorhaben der Bundesregierung in Sachen Gesundheit und
Pensionsreform sind gerade die Bauarbeiter mit ihren besonders
gefährlichen und belastenden Arbeitsbedingungen massivst betroffen.
Driemer: "Eine Pensionsreform ist keine zukunftsorientierte Reform,
wenn nicht zugleich eine Vernetzung mit dem Gesundheitssystem
durchgeführt wird. Denn nur, wer gesund ist, kann länger arbeiten.
Auch müssen schwere Belastungen am Arbeitsplatz mit einem stärkeren
Faktor im Pensionsrecht berücksichtigt werden."
Die Kernforderungen der Gewerkschaft Bau-Holz sind auch
Kernforderungen zum Aktionstag des IBBH:
1. Größere Anerkennung der Leistungen der Bauarbeiter in der
Gesellschaft
2. Ausbau der Arbeitssicherheit und der Gesundheitsvorsorge in
Zusammenarbeit von AUVA, Sozialpartnern und Betrieben
3. berufsbegleitende Gesundheitsvorsorge für Bauarbeiter als
nationale und internationale Aufgabe
4. Vernetzung des Pensionssystems mit der Gesundheitspolitik
ÖGB, 28. April 2003 Nr. 307
Rückfragehinweis: Gewerkschaft Bau-Holz
Öffentlichkeitsarbeit und Redaktion
Mag. Sonja Schmid
Tel. 01/40147-246
E-Mail: [email protected]
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