- 25.04.2003, 16:42:09
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Drei Oscars für mehr Transparenz
WirtschaftsBlatt-Kommentar von Dr. Peter Muzik
Wien (OTS) - Wolfgang Ruttenstorfer, Boss der OMV, hat im Vorjahr
782.000 Euro verdient, Böhler Uddeholm-Chef Claus J. Raidl 656.400
Euro und Verbund-General Hans Haider 497.677 Euro. Die drei
Topmanager würden sich so nebenbei eine Art Oscar verdienen und
zwar für die typisch unösterreichische Liebe zum Detail, mit der
erstmals ihre Gagen veröffentlicht wurden. In den Geschäftsberichten
der drei Unternehmen wird damit ein erfreuliches Signal gesetzt, das
rasch Schule machen sollte. Die bislang übliche Geheimniskrämerei um
die Gagen von Führungskräften ist nämlich nicht mehr zeitgemäss und
daher überflüssig. Bleibt nur zu hoffen, dass sich auch viele andere
Betriebe bald um volle Transparenz in dieser Angelegenheit bemühen:
Es genügt jedenfalls nicht, wenn etwa die Bank Austria-Creditanstalt
in ihrem jüngsten Geschäftsbericht, wie bislang üblich, nur lapidar
vermeldet, dass ihre Vorstandsmitglieder im Vorjahr 7,7 Millionen
Euro verdient bzw. ehemalige Vorstandsdirektoren und deren
Hinterbliebene sogar 9,5 Millionen Euro bezogen haben diese Infos
müssten, wenigstens in Zukunft, schon präziser sein. Im ersten
Schwung sollten daher insbesonders die grossen Betriebe Österreichs
Stichwort: Corporate Governance einen wichtigen Beitrag leisten, um
seitens der Wirtschaft Transparenz salonfähig zu machen. Von den
Politikern ist diesbezüglich ja herzlich wenig zu erwarten: Die
allgemeine Irritation kürzlich war durchaus berechtigt, als die
Pensionsansprüche von langgedienten Polit-Granden durch die Zeitungen
gegeistert sind. Die etwas astronomisch anmutenden Summen, die z.B.
Wolfgang Schüssel, Herbert Haupt, Werner Fasslabend oder Günter
Stummvoll den Lebensabend versüssen werden dabei geht es jeweils um
rund 12.000 bis 13.000 Euro pro Monat stiessen nicht bloss der
üblichen Neidgenossenschaft sauer auf; sie verblüfften auch durchaus
gelassene Bürger, die sich gerade ausmalen können, wie bescheiden
ihre eigene Pension einmal sein wird. In einem Land, wo Transparenz
für die Mächtigen seit jeher meist ein Fremdwort ist, mutet es eben
höchst seltsam an, wie elegant Politiker ihre Privilegien absichern.
Ein rasantes Umdenken, letztlich eine Frage der
moralisch-demokratischen Hygiene, kann also nur von Seiten der
Wirtschaft initiiert werden: Ein erfolgreicher Spitzenmanager, der
nichts zu verbergen hat, sollte wie in Schweden und den USA üblich
auch öffentlich dazu stehen, wieviel er verdient.
Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Redaktionstel.: (01) 60 117/305
http://www.wirtschaftsblatt.at
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