Stundenkürzung: Kinderfreunde fordern bildungspolitisches Gesamtkonzept statt Husch-Pfusch-Aktion

Wien (SK) Die Begutachtungsfrist für die Stundenreduktionsverordnung endet heute. "Trotz heftiger Kritik aller Schulpartner wird die sogenannte 'Entlastungsverordnung' von der Bildungsministerin in verantwortungslos kurzer Zeit durchgepeitscht. Eine wirkungsvolle Entlastung der Schüler wäre höchst sinnvoll, allerdings ist der vorliegende Entwurf eine ausschließliche Maßnahme der budgetären Einsparung." Die Kinderfreunde fordern einen Aufschub der geplanten Stundenkürzungen zugunsten der Entwicklung eines sinnvollen Gesamtkonzepts, das von allen Betroffenen mitgetragen wird. ****

"Eltern, Lehrer und Schüler aber auch die Zukunftskommission wurden erst ganz am Schluss quasi als Feigenblatt in die Diskussion um die geplante Reduktion der Schulstunden eingebunden und vor vollendete Tatsachen gestellt. Wie jeder versteht, können die Schulen nicht in zwei Monaten neben dem laufenden Betrieb derart einschneidende Veränderungen vornehmen" kritisiert SPÖ-Abgeordnete Beate Schasching, Schulsprecherin der Österreichischen Kinderfreunde Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Vorschläge des Rechnungshofes, der eine Kürzung der 50-Minuten-Stunde auf eine 45-Minuten-Stunde vorschlägt und gleichzeitig die Lehrverpflichtung erhöhen will, müssten ebenfalls kritisch gesehen werden. Eine Kürzung der Unterrichtsstunde an sich sei weder lernpsychologisch noch pädagogisch vertretbar. Sinnvoll sei ein fächerübergreifender, projektorientierter Unterricht, der den Lehrstoff nicht häppchenweise präsentiert und den Fächeregoismus unterstützt, sondern in größere Zusammenhänge stellt.

Die Kinderfreunde vermissen eine grundsätzliche, längst fällige Diskussion über ein bildungspolitisches und pädagogische Gesamtkonzept: "Was wir brauchen, ist eine ideologiefreie Diskussion über eine zeitgemäße Schulorganisation sowie einen zeitgemäßen und pädagogisch wirksamen Unterricht. Alle Schulpartner müssen die anstehenden Veränderungen mittragen können, die vor allem den Betroffenen, den SchülerInnen selbst, zugute kommen sollen," schloss Schasching. (Schluss) cs/cb/mm

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