Greenpeace gibt heute Startschuss für Anti-Atom-Volksbegehren

Ungewöhnliche Kampagne ruft zur Unterschrift vom 10. - 17. Juni auf

Wien (OTS). – Greenpeace und die OÖ Plattform gegen Atomgefahr gaben
heute den Startschuss für die Kampagne zum Atomvolksbegehren vom 10.-17. Juni 2003. Dieses 30. Volksbegehren in der zweiten Republik
will Österreich zu einer konsequenten Anti-Atom-Politik in der EU verpflichten. Mit einer auffälligen und ungewöhnlichen Werbelinie soll die Bevölkerung zur Unterstützung motiviert werden. "Wir rufen alle Menschen in Österreich auf, mit ihrer Stimme ein kräftiges Signal gegen die drohende Atomlawine in Europa zu setzen", sagte Dr. Bernhard Drumel, Geschäftsführer von Greenpeace in Wien. "Nach dem Versagen der Politik bei Temelin ist das Vertrauen der Menschen in die Regierung verloren. Die Österreicher sollen nun selbst entscheiden", so Drumel.

Viele prominente Persönlichkeiten wie Fritz Muliar, Günther Nenning,
Harald Krassnitzer, Thomas Maurer, Andrea "Magenta" Konrad von Taxi Orange, Hubsi Kramar und andere haben sich bereits hinter das Anliegen des Volksbegehrens gestellt. Um die Menschen auf das Volksbegehren aufmerksam zu machen, plant Greenpeace Events und Aktionen im Rahmen einer Tournee durch alle Bundesländer. Die Bürgermeister der Gemeinden in Österreich werden aufgerufen, das Volksbegehren zu unterstützen. Die aufrüttelnde Werbelinie soll das Volksbegehren und die ständige Gefahr eines Atomunfalls deutlich sicht- und hörbar machen. "Wir rufen alle besorgten Menschen in Österreich auf, die Kampagne weiter zu tragen, Verwandte und Freunde zu mobilisieren und das Volksbegehren zu bewerben", erklärte Drumel heute bei der Präsentation des Volksbegehrens im Wiener Museum für Moderne Kunst.

"Die leeren Beteuerungen der Politiker beim Staatsbesuch des tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus haben wieder deutlich gemacht, dass der Melker Prozess gescheitert ist und wir von der Bundesregierung verschaukelt wurden", kritisierte Mathilde Halla von der OÖ Plattform gegen Atomgefahr. "Temelin ist nicht sicherer geworden und die Schließung ist kein Thema mehr. Wir erwarten, dass die Bundesregierung gemeinsam mit der Bevölkerung klar für den europäischen Atomausstieg eintritt", so Haller, die das Anliegen des Volksbegehrens unterstützt.

"Die Privilegien der Atomwirtschaft in Europa müssen endlich abgeschafft werden", fordert Volksbegehrenssprecher Erwin Mayer. Der Greenpeace-Sprecher warnt davor, ungenügende Sicherheitsstandards festzulegen während eine Atomlawine auf Europa zurollt. Greenpeace kritisiert insbesondere den geplanten Neubau von 29 Atomreaktoren in Europa und die drohende Aufstockung der Euratom-Kredite von vier auf sechs Milliarden Euro. Mit dem Volksbegehren fordert Greenpeace von der österreichischen Bundesregierung, dass sie sich aktiv für den europäischen Atomausstieg einsetzt. Die österreichischen Minister sollen in den EU-Gremien keine Entscheidung mehr fällen dürfen, die die Atomindustrie unterstützt. Konkret soll die Atomenergie dem Wettbewerbsrecht unterworfen werden, Subventionen und Euratom-Kredite für den Ausbau der Atomkraft müssen gestrichen werden. Auch die Haftung für AKW-Betreiber soll erhöht und die Sicherheitsstandards für Kernreaktoren dürfen nicht nach unten nivelliert werden. "Jetzt liegt es an den Österreicherinnen und Österreichern, diese Renaissance der Atomindustrie mit ihren Stimmen zu verhindern", so Mayer abschließend.

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