• 25.04.2003, 10:27:52
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Greenpeace gibt heute Startschuss für Anti-Atom-Volksbegehren

Ungewöhnliche Kampagne ruft zur Unterschrift vom 10. - 17. Juni auf

Wien (OTS). – Greenpeace und die OÖ Plattform gegen Atomgefahr
gaben
heute den Startschuss für die Kampagne zum Atomvolksbegehren vom 10.-
17. Juni 2003. Dieses 30. Volksbegehren in der zweiten Republik
will Österreich zu einer konsequenten Anti-Atom-Politik in der EU
verpflichten. Mit einer auffälligen und ungewöhnlichen Werbelinie
soll die Bevölkerung zur Unterstützung motiviert werden. "Wir rufen
alle Menschen in Österreich auf, mit ihrer Stimme ein kräftiges
Signal gegen die drohende Atomlawine in Europa zu setzen", sagte Dr.
Bernhard Drumel, Geschäftsführer von Greenpeace in Wien. "Nach dem
Versagen der Politik bei Temelin ist das Vertrauen der Menschen in
die Regierung verloren. Die Österreicher sollen nun selbst
entscheiden", so Drumel.

Viele prominente Persönlichkeiten wie Fritz Muliar, Günther
Nenning,
Harald Krassnitzer, Thomas Maurer, Andrea "Magenta" Konrad von Taxi
Orange, Hubsi Kramar und andere haben sich bereits hinter das
Anliegen des Volksbegehrens gestellt. Um die Menschen auf das
Volksbegehren aufmerksam zu machen, plant Greenpeace Events und
Aktionen im Rahmen einer Tournee durch alle Bundesländer. Die
Bürgermeister der Gemeinden in Österreich werden aufgerufen, das
Volksbegehren zu unterstützen. Die aufrüttelnde Werbelinie soll das
Volksbegehren und die ständige Gefahr eines Atomunfalls deutlich
sicht- und hörbar machen. "Wir rufen alle besorgten Menschen in
Österreich auf, die Kampagne weiter zu tragen, Verwandte und Freunde
zu mobilisieren und das Volksbegehren zu bewerben", erklärte Drumel
heute bei der Präsentation des Volksbegehrens im Wiener Museum für
Moderne Kunst.

"Die leeren Beteuerungen der Politiker beim Staatsbesuch des
tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus haben wieder deutlich
gemacht, dass der Melker Prozess gescheitert ist und wir von der
Bundesregierung verschaukelt wurden", kritisierte Mathilde Halla von
der OÖ Plattform gegen Atomgefahr. "Temelin ist nicht sicherer
geworden und die Schließung ist kein Thema mehr. Wir erwarten, dass
die Bundesregierung gemeinsam mit der Bevölkerung klar für den
europäischen Atomausstieg eintritt", so Haller, die das Anliegen des
Volksbegehrens unterstützt.

"Die Privilegien der Atomwirtschaft in Europa müssen endlich
abgeschafft werden", fordert Volksbegehrenssprecher Erwin Mayer. Der
Greenpeace-Sprecher warnt davor, ungenügende Sicherheitsstandards
festzulegen während eine Atomlawine auf Europa zurollt. Greenpeace
kritisiert insbesondere den geplanten Neubau von 29 Atomreaktoren in
Europa und die drohende Aufstockung der Euratom-Kredite von vier auf
sechs Milliarden Euro. Mit dem Volksbegehren fordert Greenpeace von
der österreichischen Bundesregierung, dass sie sich aktiv für den
europäischen Atomausstieg einsetzt. Die österreichischen Minister
sollen in den EU-Gremien keine Entscheidung mehr fällen dürfen, die
die Atomindustrie unterstützt. Konkret soll die Atomenergie dem
Wettbewerbsrecht unterworfen werden, Subventionen und Euratom-
Kredite für den Ausbau der Atomkraft müssen gestrichen werden. Auch
die Haftung für AKW-Betreiber soll erhöht und die
Sicherheitsstandards für Kernreaktoren dürfen nicht nach unten
nivelliert werden. "Jetzt liegt es an den Österreicherinnen und
Österreichern, diese Renaissance der Atomindustrie mit ihren Stimmen
zu verhindern", so Mayer abschließend.

Rückfragehinweis: MMag. Franko Petri,
Pressesprecher Greenpeace,
01-5454580-29 oder 0676-5147246
Mag. Erwin Mayer,
Volksbegehrenssprecher Greenpeace,
01-5454580-48 oder 0664-2700441

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP

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