VHS Simmering: Aktuelle Berichte aus der Historikerkommission

Wien (OTS) - An der Volkshochschule Simmering erhalten Sie an drei Abenden Informationen aus erster Hand über die Arbeit der "Historikerkommission", die in den letzten Jahren an einer umfassenden Bestandsaufnahme des Vermögensentzugs auf dem Gebiet der Republik Österreich während der NS-Zeit sowie Rückstellungen bzw. Entschädigungen (sowie wirtschaftliche und soziale Leistungen) der Republik Österreich ab 1945 geforscht hat. Mag.a Susanne Kowarc, Mag. Gerald Hödl und Mag. Peter Melichar erläutern die Ergebnisse aus ihren Arbeitsbereichen und stehen anschließend für Anfragen und Diskussionen zur Verfügung.

Die Vortragsreihe beginnt am 29. April 2003 und findet jeweils Di von 18.00-19.40 Uhr in der Volkshochschule Simmering, 11, Drischützgasse 1, statt. Anmeldeschluss für die Veranstaltung ist am 24. April 2003. Dabei wird an jedem Abend jeweils einer der folgenden Themenbereiche behandelt:

o Wohnungsarisierungen in Wien
Die MitarbeiterInnen des Projektes "Arisierungen und Rückstellungen von Wohnungen in Wien" sind vor allem der Frage nachgegangen, welche Dimensionen die "Arisierungen" annahmen, wie die Betroffenen nach der Kündigung lebten und wie ihre Mietrechte ihnen nach dem Krieg restituiert wurden.
o Liegenschaften
Kaum eine Straße in Wien, in der nicht irgendwo ein Haus steht, das im Jahr 1938 jüdische (bzw. vom Nationalsozialismus als "jüdisch" klassifizierte) EigentümerInnen hatte. Nach dem "Anschluss" stellte dieses Liegenschaftsvermögen eine verlockende Beute für Ariseure dar. Im Vortrag wird geschildert, mit welchen Methoden Privatpersonen und NS-Staat diese Liegenschaften in ihr Eigentum brachten und was nach 1945 unternommen wurde, um sie wieder an ihre ursprünglichen EigentümerInnen rückzustellen. Außerdem wird gezeigt, wie man mit Hilfe von Grundbüchern und Archiven die Geschichte eines Hauses und seiner EigentümerInnen rekonstruieren kann.
o Betriebe
Von ca. 33.000 jüdischen Betrieben wurden ca. 4.000 arisiert, der Rest wurde geschlossen. Die Rückstellungsgesetze versuchten, den komplexen und vielfältigen Formen der Enteignung gerecht zu werden. Dies gelang jedoch weitgehend nur bei Firmen, die erhalten geblieben waren. Liquidierte Betriebe (und das war ja die überwiegende Mehrzahl), deren Werte nicht mehr
vorhanden bzw. auffindbar waren, konnten nicht restituiert werden

Der Veranstaltungsort ist am Besten erreichbar mit den Linien U3, 71 oder 6.

Webtipp:
o http://www.ns-verbrechen.at/
o http://www.vhs11.at/

Weitere Veranstaltungshinweise:
o Stephan Templ: Stadtrundgang - Arisierung auf Österreich - Naschmarkt.
Samstag, 10. Mai, 15.00 Uhr
o Stephan Templ: Stadtrundgang - "Arisierung" und Restitution in Hietzing.
Samstag, 24. Mai,15.00 Uhr

Nähere Informationen zu Veranstaltungen erhalten Sie auch unter Tel. 749 53 73, 768 82 66 oder im Internet unter http://www.vhs11.at/ . (Schluss) vhs

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Walter Schuster
Tel. 749 53 73/14
e-mail wschuster@vhs11.at

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