• 23.04.2003, 11:29:51
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  • OTS0091 OTW0091

Tagung über die "Agenda 21" des Ökosozialen Forums NÖ

Lebens-/Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum neu ausrichten

St.Pölten (NLK) - Das Ökosoziale Forum Niederösterreich hat heute
zu einer Tagung über die "Agenda 21" in das Landhaus in St. Pölten
eingeladen. Die "Agenda 21" ist das in Rio 1992 von mehr als 170
Staaten verabschiedete Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, das
alle wesentlichen Politikbereiche einer umweltverträglichen und
nachhaltigen Entwicklung anspricht.

Bei der heutigen Tagung stand die nachhaltige Entwicklung des
ländlichen Raumes im Vordergrund, die vom Land Niederösterreich vor
allem durch den Landschaftsfonds intensiv unterstützt wird. Bisher
wurden 88 Projekte mit Gesamtkosten von fast acht Millionen Euro
umgesetzt und mit rund fünf Millionen Euro gefördert. Die meisten
Projekte werden von der EU kofinanziert. Aus dem NÖ Landschaftsfonds,
der sich aus der Landschaftsabgabe für den Abbau von Kies, Sand,
Schotter und Steinen sowie aus Budgetmitteln des Landes
Niederösterreich zusammensetzt, standen bisher 1,7 Millionen Euro zur
Verfügung. Die Schwerpunkte der Landentwicklung, für die unter
anderem die NÖ Agrarbezirksbehörde, das Ökosoziale Forum
Niederösterreich und natürlich die Projektanten als "Ideengeber"
auftreten, sind die Wiederherstellung von Alm- und Weidenflächen, die
Erhaltung und Gestaltung der Landschaft sowie die Veredelung und
Direktvermarktung von landwirtschaftlichen Produkten, aber auch der
sanfte Tourismus. Etwa die Wiederverbreitung der äußerst seltenen
Pferderasse Huzulen und des nahezu ausgestorbenen Waldviertler
Blondviehs um Moorbad Harbach, eine von den Bauern selbst errichtete
Gemeinschaftsdestillerie in Gars am Kamp oder die Revitalisierung der
Hörm, eines Baches im Raum Baden.

Die "Agenda 21" klinge wunderbar, ihre Umsetzung sei aber nicht so
einfach, sagte Landesrat Dipl. Ing. Josef Plank. Man könne etwa im
Wirtschaftsbereich das Budget nicht mit einer Jahresbilanz
abschließen, sondern müsse auch Mittel für die langfristige
Entwicklung des Unternehmens aufbringen. Das Land Niederösterreich
habe in der nachhaltigen Wasserwirtschaft oder in der
Bodenbewirtschaftung, etwa bei den ÖPUL-Programmen "Marchfeld" und
"Tullnerfeld", eine Fülle von Ideen, aber auch Mittel für deren
praktische Umsetzung gegeben. Die Verantwortlichen müssen gerade in
diesen Fragen die Regionalität forcieren. Als Schritte in die
zukünftige Entwicklung nannte Plank etwa die Neuausrichtung von
Lebens- und Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum, die zu einer
weiteren Stabilisierung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Eigenständigkeit dieses Raumes führe, aber auch die Unterstützung von
Kommunen bei der Umsetzung lokaler, nachhaltiger Programme.

Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742/9005-12312

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