• 22.04.2003, 11:29:57
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Industrie für Aufbruch statt Einbruch bei Innovation

Ohne kurzfristige Forschungsfinanzierung droht Innovations-Stopp! -
2003 fehlen 200 Mio. € Forschungsmittel - Wichtige Vorhaben im
Regierungs-programm dulden keinen Aufschub - Das sagt auch die
EU-Kommission - Bildungsreform ist notwendig, Weiterbildung wird
wichtiger

Wien (PdI) Österreich ist auf der Wohlstandsskala auf Platz 4, als
Innovationsstandort auf Platz 10. Das ist ein deutliches
Ungleichgewicht. Wir können unseren Wohlstand nur bewahren, wenn wir
vorausdenken und die Weichen für die Zukunft stellen.
IV-Generalsekretär Lorenz Fritz nahm heute im Rahmen eines
Pressegesprächs zu den Vorhaben der Bundesregierung in den Bereichen
Bildung, Innovation und Forschung Stellung:
"Wir begrüßen das Bekenntnis der Bundesregierung zum Lissabon-Prozess
und die vorgesehenen Maßnahmen, wie das zweite Offensivprogramm
2004-2006 in der Höhe von 600 Mio. € und
die Klärung der Einrichtung einer Nationalstiftung. Nur durch
gezielte Innovationspolitik kann Österreich zu den Top 3 in Europa
aufsteigen. Das bedeutet kurzfristig in Innovation zu investieren, um
mittel- und langfristig den Standort zu sichern."

Der Mehrbedarf an Finanzmitteln der öffentlichen Hand beträgt laut
Nationalem Forschungs- und Innovationsplan 1,2 Mrd. € für die Jahre
2003-2005. Dem stehen 600 Mio. € - also die Hälfte - für die gesamte
Legislaturperiode von vier Jahren gegenüber! "Hinzu kommt ein akuter
Finanz-bedarf im Jahr 2003 in der Höhe von rund 200 Mio. €. Diese
Lücke muss sofort geschlossen werden. Wenn die Finanzierung für den
FFF nicht gesichert wird, droht in einigen Industrie-betrieben im
zweiten Halbjahr ein Innovations-Stopp", so Fritz.

Forschungsstruktur: Leitlinien aus dem Nationalen Forschungs- und
Innovationsplan des Rates beachten!

"Österreich verspielt gerade einen Wettbewerbsvorteil. Das neue
Regierungsprogramm brachte keine Veränderung bei den
Forschungsstrukturen - und das, obwohl sehr ausgereifte Vorschläge
auf dem Tisch lagen", betont Dr. Gerhard Riemer, Bereichsleiter für
Bildung, Innovation & Forschung in der IV. Dem Rat für Forschung und
Technologieentwicklung kommt in einer solchen Situation größere
Verantwortung zu denn je.
"Als unabhängiges Organ kann er losgelöst von der Tagespolitik
strategische Beratungs- und Steuerungsfunktionen wahrnehmen. Wir
erwarten die notwendige Strukturbereinigung im Innovationsbereich bis
zur Mitte dieses Jahres." Gefragt sei jetzt der Dialog zwischen der
Politik, den Playern im Innovationsbereich und dem Rat.

Österreichische Politik darf die Kommissions-Empfehlungen nicht
ignorieren!

Auch in der Empfehlung der Kommission für die Grundzüge der
Wirtschaftspolitik der Mitglied-staaten (im Zeitraum 2003-2005) wird
Österreich dringend aufgefordert, Maßnahmen zu setzen: "Um die
Technologiebasis weiterhin zu verbessern und Investitionen der
Unternehmen in FuE und Innovationen zu fördern, wird Österreich
empfohlen, ..., Maßnahmen zu ergreifen, um Forschung und Innovationen
im Unternehmensbereich ... zu fördern."
Damit sagt auch Brüssel, dass nur durch ausreichende Finanzmittel,
die mit maximaler Hebel-wirkung eingesetzt werden, eine nachhaltige
Erhöhung der F&E-Quote und in weiterer Folge
die Sicherung von Arbeitsplätzen und Wohlstand überhaupt möglich
sind.
"Im Rahmen der Ziele aus dem Lissabon-Prozess muss uns eines klar
sein: Wirtschaftswachstum braucht Wissenswachstum", erklärte Fritz.

Bildungsreform als Basis für künftige Innovationskraft ernst nehmen

Bildungsministerin Gehrer hat mit der Uni-Reform einen umfassenden
Prozess von Grundsatz-reformen im Bildungsbereich begonnen, dem im
Schulwesen eine ähnlich grundlegende Reform folgen muss, die auch die
IV für dringend notwendig erachtet.
"Das Gehrer-Projekt ‚Schule neu Denken' mit der geplanten
Zukunftskommission sollte das Ziel haben, die entscheidenden
Zukunftsfragen des österreichischen Schulwesens zu stellen und
konkrete Handlungsvorschläge zu erarbeiten. Die vorhandene Qualität
der Bildung muss nachhaltig sichergestellt werden, denn es geht um
den verantwortungsvollen Umgang mit Lebenschancen, dem Kreativitäts-
und Innovationspotential junger Menschen. Dazu muss nach der
Durchforstung der Lehrpläne die Vernetzung von Gegenständen und die
Gestaltung von Projektunterricht unter Verwendung neuer
Unterrichtsmethoden forciert werden", fordert Riemer - dies unter der
Berücksichtigung internationaler Erfahrung.

Die Industrie rechnet außerdem damit, dass Weiterbildung - vor dem
Hintergrund eines ständigen Sinkens der Halbwertszeit des Wissens -
in den nächsten Jahren massiv an Bedeutung gewinnen wird - inner- wie
außerbetrieblich. "Die Reform der Schulen muss auch diese Entwicklung
in betracht ziehen", so Riemer. Auch der finanzielle Fokus
öffentlicher Bildungsinvestitionen müsse sich in Richtung
Weiterbildung verschieben, wie von der IV seit vielen Jahren
festgestellt.

Für Generalsekretär Fritz läuft die Diskussion um Stundenkürzungen
völlig falsch: "Nur die beste Bildung bringt die besten Köpfe - das
ist umso dringender angesichts des uns bevorstehenden Fachkräfte- und
Forschermangels. Die Reform ist dann ein Erfolg, wenn es gelingt,
auch mit weniger Unterrichtsstunden ein besseres Bildungsergebnis zu
erreichen. Eines darf man nicht vergessen: Das ‚Core Business' der
Schule ist es, die Schüler zu bilden und ihr
Persönlichkeits-potenzial zu wecken und nicht Lehrer zu
beschäftigen", so Fritz.

Weitere Informationen:
IV-Newsroom - www.iv-newsroom.at

Rückfragehinweis: IV-Newsroom
Tel.: (++43-1) 711 35-2305
Fax: (++43-1) 711 35-2313
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