AK Test Fremdwährungskredite: Riskant und hohe Spesen

AK Kritik: Fremdwährungskredit bei Spesen Spitzenreiter -Schwammige Klauseln in Verträgen

Wien (AK) - Grundsätzlich gilt bei einem Fremdwährungskredit:
Können Sie sich einen Eurokredit nicht leisten, dann ist auch Fremdwährungskredit für Sie nichts. Ein aktueller AK Test zeigt: Die Spesen sind höher als bei einem Eurokredit. Außerdem sind in den Verträgen die Klauseln sehr schwammig erläutert, wie zB welche Kurse verrechnet werden. Der Fremdwährungskredit ist sozusagen der Spesen-König für die Banken, aber Kreditnehmer zahlen die Zeche, sagt AK Konsumentenschützer Harald Glatz.

Die AK Konsumentenschützer haben anonym die Konditionen von einem 73.000-Euro- Fremdwährungskredit bei 10 Banken Ende März erhoben. Der AK Test zeigt: Die Bankberater bezeichnen diesen Kredit als durchwegs riskant, aber trotzdem interessant oder überlegenswert. Die AK warnt:
Konsumenten müssen sich des Währungsrisikos bewusst sein, das den Kredit sehr verteuern (oder auch bei fallenden Kursen verbilligen) kann. Sie müssen die Kurse ständig beobachten. Kritik übt die AK an den hohen Spesen und den schwammigen Klauseln in den Verträgen.

Hohe Spesen: Bei Fremdwährungskrediten fallen viel mehr Spesen an als bei Eurokrediten und diese sind auch teurer, sagt Glatz: Höhere Bearbeitungsgebühren bei Kreditvertragsabschluss, weil angeblich auch der Aufwand bei Fremdwährungskrediten höher ist. Auch die Kontoführungsgebühren kosten viel mehr - bis zu 100 Euro im Jahr. Bei einem Währungswechsel oder vorzeitiger Rückzahlung verrechnen die Banken sogenannte Switch-Spesen. Die Banken kassieren auch für jede Fremdwährungszahlung zwischen 0,25 und 0,275 Prozent Devisenprovision vom überwiesenen Betrag. Teurer als bei Eurokrediten ist auch die hypothekarische Sicherstellung im Grundbuch.

Schwammige Klauseln: Der AK sind auch die Klauseln in den Kreditverträgen zu schwammig. Aus vielen Verträgen geht gar nicht genau hervor, welche Devisenkurse konkret verrechnet werden. Das beinhaltet sehr viel Spielraum für ein Körberlgeld.

Gewagte Superrenditen: Wenn zB das Kapital (bzw die fällige Kreditsumme) in einer fondsgebundenen Lebensversicherung angespart wird, versprechen insbesondere Finanzberater derzeit unrealistische Renditen. Die prognostizierten Gewinne sind in der Regel nicht garantiert, sondern unverbindlich. So bergen Berechnungen mit einer "Superrendite" von 9 bis 12 Prozent das Risiko, dass die volle Höhe des aufhaftenden Kredits am Laufzeitende nicht mit den Erträgen der Fondspolizze zurückbezahlt werden kann. Das kann zu erheblichen Finanzierungslücken führen, warnt die AK.

SERVICE: Einen detaillierten Spesenvergleich finden Sie auf der AK Homepage unter www.konsumentenschutz.at.

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Doris Strecker
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