- 18.04.2003, 11:43:08
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AK zu Pensionsreform: Wer sich weiterbildet, bekommt weniger Pension
Wien (AK) - Eine Ausdehnung des Durchrechnungszeitraumes auf 40
Jahre - statt bisher der besten 15 Jahre - bewirkt, dass sich längere
Phasen der Weiterbildung negativ auf die Pensionshöhe auswirken. Das
wird passieren, wenn die Maßnahmen der Regierung so wie geplant
umgesetzt werden. Alle sind sich einig, dass Weiterbildung in der
modernen Arbeitswelt unerläßlich und wichtig für die Wahrung der
Chancen am Arbeitsmarkt ist. Die geplante Pensionsreform macht aber
Bildungskarenz wieder unattraktiver. Die längst fällige
Qualifizierungsoffensive erhält einen Dämpfer. Arbeitslose werden im
Hinblick auf die Pensionshöhe genau überlegen, ob sie im Rahmen der
aktiven Arbeitsmarktpolitik nach höherer Qualifikation streben
wollen. Auch ein Ausstieg aus dem Beruf, um ein Studium zu
absolvieren bzw abzuschließen, kann die Pension kürzen. ****
Zeiten der Bildungskarenz gelten für ArbeitnehmerInnen unter 45
Jahren nicht als Ersatzzeiten für die Pension (eine Bildungskarenz
ist alle 3 Jahre für einen Zeitraum zwischen 3 - 12 Monaten möglich).
Das bedeutet für die ArbeitnehmerInnen, dass sie länger arbeiten oder
eine geringere Pension in Kauf nehmen müssen.
Für ArbeitnehmerInnen über 45 werden Zeiten der Bildungskarenz zwar
als Ersatzzeiten für die Pension anerkannt, aber auch hier gilt: Bei
einem 40jährigen Durchrechnungszeitraum wird die Pension niedriger.
Gleiches gilt für Phasen der Arbeitslosigkeit. ArbeitnehmerInnen
müssen versuchen, möglichst schnell wieder in Erwerbsarbeit mit einem
beitragspflichtigen höheren Einkommen zu kommen. Damit wird auch die
Teilnahme an AMS-Schulungen zweischneidig: Zwar könnte über ein
höheres Qualifikationsniveau auch ein höheres Einkommen erzielt
werden, auf der anderen Seite drücken längere Schulungsmaßnahmen
wiederum die Pensionshöhe.
Gleiches gilt für Studierende, die über ein Selbsterhalterstipendium
oder das Studienabschlussstipendium einen akademischen Grad
anstreben: das zu erwartende Einkommen als AkademikerIn muss
entsprechend höher liegen, um die einkommenslosen Phasen zu
kompensieren.
Rückfragehinweis: Thomas Angerer
AK Wien Presse
Tel.: (++43-1) 501 65-2578
mailto:[email protected]
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