"Neues Volksblatt" Kommentar: "Lehrbub" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 17. April 2003

Linz (OTS) - =

Vielleicht ist der neue SPÖ-Geschäftsführer von Natur
aus naiv oder noch nicht gerissen genug. Jedenfalls ist seine Sicht der laufenden Pensionsdebatte von entwaffnender Offenheit. Die SPÖ halte ihr Reformkonzept deshalb unter Verschluss, weil man zuerst so richtig über den Regierungsentwurf herziehen wolle, meinte verschmitzt Herr Norbert Darabos. Heißt mit anderen Worten: Die Pensionisten sind den Genossen ziemlich egal, die ganze Aufregung dient nur dazu, der Regierung eins auszuwischen. Man nehme nur einmal an, die SPÖ hätte tatsächlich den Stein der Weisen zur langjährigen Sicherung der Pensionen gefunden: Den betroffenen Menschen verheimlicht man die großartige Idee, weil man zuerst parteipolitisches Kleingeld einwechseln möchte. Möglicherweise ist es ohnedies nicht sehr weit her mit der geheimnisvollen Reform-Idee. Man muss Herrn Darabos aber dankbar sein, dass er uns so treuherzig nachweist, wie die SPÖ ihre Oppositionsrolle versteht. Zum Regieren war sie nicht wirklich bereit, der verlorenen Macht weint sie aber noch immer nach. Reflexartig schießt sie gegen alles, was von der Regierung kommt. Da mag sich Alfred Gusenbauer noch so sehr um staatsmännisches Gehabe bemühen, sein Lehrbub im SPÖ-Sekretariat hat ihn locker demaskiert.

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