- 14.04.2003, 10:53:19
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"EU-Phorie" nach Votum in Ungarn
Österreich ist Ungarns zweitwichtigster Handelspartner - Koren: Chancen für Austro-Unternehmen vor allem in den Bereichen Umweltschutz und Infrastruktur
Wien (PWK221) - Am vergangenen Samstag gaben die Ungarn ein
klares Bekenntnis zur Europäischen Union ab. 84 Prozent stimmten für
die künftige Mitgliedschaft Ungarns in der EU. Ungarn wickelt bereits
jetzt über 75 Prozent seines Außenhandels mit den Mitgliedsstaaten
der Europäischen Union ab, wobei die Haupthandelspartner Deutschland,
Österreich, Italien und Frankreich sind. "Die Handelsbeziehungen mit
Österreich sind nach einem seit sieben Jahren erstmaligen leichten
Rückgang der österreichischen Exporte im Jahr 2001 im vergangenen
Jahr wieder auf dem Weg nach oben", sagt Walter Koren, Leiter der
AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) der WKÖ. Das Plus machte ein
Prozent aus, das Exportvolumen betrug 3,5 Mrd Euro. Koren: "Aktuelle
Lieferchancen und weiteres Investitionspotential gibt es in fast
allen Bereichen, in erster Linie jedoch dort, wo Ungarn im Vorfeld
des EU-Beitritts den größten Nachholbedarf hat - auf dem Gebiet des
Umweltschutzes (Abwasserreinigung und Abfallwirtschaft) sowie beim
Ausbau der Infrastruktur (Straße und Bahn) und im medizinischen
Bereich."
"Die Warenstruktur der Ex- und Importe stellt sich in den
Handelsstatistiken beider Länder sehr ähnlich dar", weiß Peter Rejtö,
WKÖ-Handelsdelegierter in Budapest. "2002 bleiben die wichtigsten
Positionen unter den Austro-Exporten elektrische Geräte und Anlagen
und deren Bestandteile." Ungarn rangiert unter Österreichs
wichtigsten Exportmärkten an 7. Stelle (hinter Deutschland, Italien,
Schweiz, USA, Großbritannien und Frankreich), als Lieferland belegt
es auf Platz Fünf. Österreich hat am ungarischen Markt einen Anteil
von sieben Prozent und stellt damit Ungarns zweitgrößten
Handelspartner hinter Deutschland dar.
Besondere Bedeutung kommt den zahlreichen Niederlassungen und
Investitionen aus Österreich zu. Rejtö: "Ob in der
Lebensmittelindustrie, der Bau- und Baustoffindustrie, der
Papierindustrie, bei Chemikalien und Kunststoffen oder der Erzeugung
von Eisen und Stahl, Maschinen, Elektro- und Elektronikausrüstung
oder dem Einzelhandel, überall trifft man auf österreichische
Unternehmen." Mittlerweile sind um die 4.000
österreichisch-ungarische Unternehmen vor Ort tätig. Stark vertreten
sind auch die Banken, Versicherungen, Rechtsanwälte sowie Steuer- und
Unternehmensberater.
Aus Österreich kamen seit der Wende 2,4 Mrd Euro an
Direktinvestitionen in Ungarn an, was etwa zehn Prozent der gesamten
ausländischen Investitionen in Ungarn ausmacht. Rejtö: "Der
Vorbereitungsprozess für den EU-Beitritt hat die Investitionsszene
neu belebt, wobei zu bemerken ist, dass das Bekanntwerden des
Beitrittsdatums dem Interesse aus Österreich einen weiteren Schub
gegeben hat." Die österreichische Außenhandelsstelle hat zuletzt die
Investitionsvorhaben zahlreicher österreichischer Firmen durch
Beratung und Begleitung nach Kräften unterstützt; wie z.B. Gabriel
Chemie, Liebherr, Datacon, AVL, Magna Steyr, SMC Pneumatic, Strabag,
Porsche, Kika, Leier, Hirsch Servo, Baumax, Koloman Handler, Gebrüder
Weiss, Pharmapark. Für die bereits bestehenden Niederlassungen
österreichischer Unternehmen übt die Außenhandelsstelle intensive
Lobbytätigkeit in verschiedensten Bereichen aus. Unterstützung von
der Außenhandelsstelle kommt auch in Form von vielfältigen
Interventionen in konkreten Anliegen österreichischer Firmen. So
konnte etwa gemeinsam mit WKÖ-Präsident Christoph Leitl, der
anlässlich der Eröffnung der ersten Auslandsniederlassung des WIFI im
Jänner nach Budapest kam, erfolgreich verhindert werden, dass die
Exporte der Firma Agrolinz - für welche Ungarn einer der
bedeutendsten Märkte ihrer Kunstdünger darstellt - durch vom
Ministerium für Wirtschaft und Verkehr erwogene Schutzmaßnahmen auf
die Einfuhr von Düngemitteln erschwert werden.
Zur Vertiefung der Handelsbeziehungen plant die Außenhandelsstelle
bei der diesjährigen Umwelttechnikmesse ÖKOTECH im Oktober eine
Gruppenausstellung und parallel dazu ein Wirtschaftsmission zu
organisieren. (BS)
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Mag. Bernhard Salzer
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