• 11.04.2003, 11:35:48
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Archäologenkongress: Appell zum Schutz irakischer Kulturgüter

Wiener Deklaration "Irak - gefährdetes Kulturerbe" verabschiedet

Wien (OTS) - Als Reaktion auf das aktuelle kriegerische Geschehen
im Irak sprachen sich namhafte Wissenschaftler, die derzeit an dem in
Wien bis morgen, Samstag, noch stattfindenden internationalen
Archäologiekongress "Enter the past", teilnehmen, im Rahmen eines
Mediengespräches am Freitag, für den Schutz der irakischen
Kulturgüter aus. Im Rahmen der Wiener Deklaration "Irak - gefährdetes
Kulturerbe" fordert die tagende Wissenschaftler-Gemeinde sämtliche
Akteure dazu auf, die dortigen Kultur- und Grabungsstätten, wie auch
die Kulturgüter zu schützen. Insbesondere wird vor einem Ausverkauf
der Kulturgüter durch Raubgrabungen und den internationalen
Antiquitätenmarkt gewarnt. Weiters fordern die Archäologen, die
derzeit aus insgesamt 55 Staaten in Wien tagen, entsprechende
Finanzmittel bereitzustellen, damit in der derzeit heiklen Phase
zumindest für einen ausreichenden Schutz der Grabungsstätten gesorgt
werden könne. Kongress-Präsident und Wiens Stadtarchäologe Ortlof
Harl betonte, dass den Worten auch Taten folgen müssten.

Helga Trenkwalder von der Uni Innsbruck gab einen aktuellen
Überblick über die horrible Situation im Irak. Mitte März aus dem
Irak zurückgekehrt, betonte sie, dass das große nationale Irak-Museum
in Bagdad geschlossen sei, über den Zustand der größtenteils
abtransportierten Objekte konnte sie jedoch nur Mutmaßungen
anstellen. Sie erinnerte daran, dass nach dem Kuwait-Krieg im Jahre
1991 die Kulturgüter des Irak, insbesondere im Bereich der diversen
Provinzmuseen, aufgrund wahlloser Plünderungen arg gelitten hätten.
Weiters betonte sie auch den kulturhistorischen Schaden aufgrund der
zahllosen Raubgrabungen, die nicht selten durch die Notlage der dort
lebenden Menschen zu erklären seien.

Christine Finn von der Universität Oxford (England) und Lewis
Lancaster von der Uni Berkeley (USA) betonten in ihren
Stellungnahmen, dass es sich bei den irakischen Kulturgütern um
weltbedeutende Objekte handle. Sie warnten davor, dieses Erbe durch
den Antiquitätenmarkt und Zerstörung auf's Spiel zu setzen, da ein
Verlust nicht nur die irakische Identität beträfe, sondern auch einem
unwiederbringlichen Verlust für die Menschheit gleichkäme.*****
(Schluss) hch

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Hans-Christian Heintschel
Tel.: 4000/81 082
mailto:[email protected]

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