"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: "Modernes Raubrittertum" (von Manfred Posch)

Ausgabe vom 10.04.2003

Klagenfurt (OTS) - Ablehnung brandet Schüssel und dessen Spießgesellen in Sachen "modernes Raubrittertum" ( = Pensionsreform; Zitat: Christine Gubitzer, Christgewerkschafterin) nicht nur aus den Reihen der Arbeitnehmervertreter und Opposition entgegen. Geballter Kritik ist der Kanzler nun auch aus dem Kreis mächtiger Vasallen ausgesetzt. Gestern artikulierten die schwarzen Landesfürsten heftigen Widerstand. Leute vom Kaliber eines Pröll, eines Schausberger, eines Pühringer meldeten gemeinsam mit Tirols LH Van Staa Bedenken gegen die Pensionsreformpläne des seltsamen Paares Schüssel/Haupt an.

Die in Begutachtung befindliche Pensionsreform bringt nicht nur die Bundesregierung ins Wanken. Sie wird immer mehr zum Prüfstein für die ÖVP.

Trotz geballter Proteste: Wolfgang Schüssel hat, wie er via ORF erklärte, mit der Reform "kein Problem". Was wir ihm getrost glauben wollen. Seine Pension wird nämlich schwindelnde Höhen erreichen; davon abgesehen hat er vermutlich, weil er es sich leisten kann, Privatvorsorge getroffen. Interessant bleibt bis auf weiteres eine Resolution der Kärntner SP, die dem Kanzler sehr wohl ein Problem bereiten könnte: Für den Fall, dass sämtliche Kärntner Abgeordnete zum Nationalrat gegen die Reform stimmen, wäre dieser Pensions-Staatsstreich nicht durchzubringen, die Reform gefallen.

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