Grillitsch: WIFO-Studie bestätigt österreichische Kritik an EU-Agrarreformplänen

Volle Konsequenzen für heimische Landwirtschaft noch nicht absehbar

Wien (AIZ) - "Der Österreichische Bauernbund beurteilte die Vorschläge zur GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) beziehungsweise zur Halbzeitbewertung der Agenda 2000 besonders im Bereich der so genannten 'Entkoppelung' sehr kritisch. Diese Kritik erweist sich jetzt einmal mehr durch die soeben präsentierte WIFO-Studie als richtig. Die Entkoppelung der Agrarförderung von der Produktion bedeutet einen deutlichen Rückgang der Rindfleischproduktion und Auswirkungen auf das Agrareinkommen." Dies stellte Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch zur heute vorgelegten WIFO-Studie fest.

"Unser Hauptkritikpunkt an den vorgelegten GAP-Vorschlägen war von Anfang an die Entkoppelung. Die aktuelle WIFO-Studio bestätigt nun deutlich die Befürchtungen österreichischer Agrarvertreter. Es ist bereits jetzt zu erwarten, dass die Produktion wichtiger Agrargüter zurückgeht und die Agrareinkommen um bis zu 4% sinken. Noch nicht abzusehen sind hingegen die Auswirkungen anderer Faktoren. Schwer abzuschätzen sind etwa die Produktionsverlagerung aus den benachteiligten Gebieten und die veränderte Wettbewerbssituation der unterschiedlichen Produktionssektoren", so Grillitsch.

Entkoppelung führt zu mehr bürokratischen Aufwendungen

Das durch die Entkoppelung entstehende Pauschalsystem würde auch keinesfalls zu einer Vereinfachung der Administration, sondern im Gegenteil zu zusätzlichen bürokratischen Aufwendungen führen. "Die in der WIFO-Studie präsentierten Ergebnisse lassen zudem den Schluss zu, dass ausgerechnet die Berggebiete und die benachteiligten Gebiete von der Entkoppelung betroffen sein würden. Dort wird auch der Produktionsrückgang am stärksten ausfallen, weil dort die Kosten am höchsten sind. In weiterer Folge ist dort auch mit massiven Einkommenseinbußen zu rechnen", warnte der Bauernbundpräsident.

Völlig unklar sei dabei auch der Einfluss beziehungsweise die Wechselwirkung mit den Vorgaben der WTO. "Wir wollen aber auch in Zukunft konstruktiv an der Gestaltung der Agrarpolitik mitarbeiten. Damit die klein strukturierte österreichische Landwirtschaft aber auch weiterhin die hohen Anforderungen der Gesellschaft erfüllen kann, brauchen unsere Bauern eine Stärkung und keine Schwächung ihrer wirtschaftlichen Lebensgrundlage", unterstrich Grillitsch.
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