- 07.04.2003, 12:19:32
- /
- OTS0109 OTW0109
Grillitsch: WIFO-Studie bestätigt österreichische Kritik an EU-Agrarreformplänen
Volle Konsequenzen für heimische Landwirtschaft noch nicht absehbar
Wien (AIZ) - "Der Österreichische Bauernbund beurteilte die
Vorschläge zur GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) beziehungsweise zur
Halbzeitbewertung der Agenda 2000 besonders im Bereich der so
genannten 'Entkoppelung' sehr kritisch. Diese Kritik erweist sich
jetzt einmal mehr durch die soeben präsentierte WIFO-Studie als
richtig. Die Entkoppelung der Agrarförderung von der Produktion
bedeutet einen deutlichen Rückgang der Rindfleischproduktion und
Auswirkungen auf das Agrareinkommen." Dies stellte
Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch zur heute vorgelegten
WIFO-Studie fest.
"Unser Hauptkritikpunkt an den vorgelegten GAP-Vorschlägen war von
Anfang an die Entkoppelung. Die aktuelle WIFO-Studio bestätigt nun
deutlich die Befürchtungen österreichischer Agrarvertreter. Es ist
bereits jetzt zu erwarten, dass die Produktion wichtiger Agrargüter
zurückgeht und die Agrareinkommen um bis zu 4% sinken. Noch nicht
abzusehen sind hingegen die Auswirkungen anderer Faktoren. Schwer
abzuschätzen sind etwa die Produktionsverlagerung aus den
benachteiligten Gebieten und die veränderte Wettbewerbssituation der
unterschiedlichen Produktionssektoren", so Grillitsch.
Entkoppelung führt zu mehr bürokratischen Aufwendungen
Das durch die Entkoppelung entstehende Pauschalsystem würde auch
keinesfalls zu einer Vereinfachung der Administration, sondern im
Gegenteil zu zusätzlichen bürokratischen Aufwendungen führen. "Die in
der WIFO-Studie präsentierten Ergebnisse lassen zudem den Schluss zu,
dass ausgerechnet die Berggebiete und die benachteiligten Gebiete von
der Entkoppelung betroffen sein würden. Dort wird auch der
Produktionsrückgang am stärksten ausfallen, weil dort die Kosten am
höchsten sind. In weiterer Folge ist dort auch mit massiven
Einkommenseinbußen zu rechnen", warnte der Bauernbundpräsident.
Völlig unklar sei dabei auch der Einfluss beziehungsweise die
Wechselwirkung mit den Vorgaben der WTO. "Wir wollen aber auch in
Zukunft konstruktiv an der Gestaltung der Agrarpolitik mitarbeiten.
Damit die klein strukturierte österreichische Landwirtschaft aber
auch weiterhin die hohen Anforderungen der Gesellschaft erfüllen
kann, brauchen unsere Bauern eine Stärkung und keine Schwächung ihrer
wirtschaftlichen Lebensgrundlage", unterstrich Grillitsch.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected]
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ






