ÖAMTC: 3,3 Prozent mehr Kinderunfälle im Vorjahr - Richtige Kindersicherung im Auto kann vor dem Schlimmsten bewahren

Club-Prüfaktion für Kindersitze läuft noch bis 30. April

Wien (ÖAMTC-Presse) - Alle zwei Stunden verunglückt ein Kind auf Österreichs Straßen. 2002 gab es um 3,3 Prozent mehr Kinderunfälle als im Jahr davor, so die alarmierenden Zahlen der kürzlich präsentierten Verkehrsunfall-Bilanz. Insgesamt 4.023 Kinder bis 14 Jahre wurden im Vorjahr verletzt, 25 kamen ums Leben. "Beinahe jedes zweite Kind, das in einen Verkehrsunfall verwickelt war, saß als Mitfahrer in einem Pkw", macht ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger aufmerksam. "Viele schwere und tödliche Verletzungen könnten reduziert werden, wären endlich alle Kinder im Auto richtig gesichert." Es ist der Club-Expertin unverständlich, dass auf den Lebensretter Kindersitz oft einfach verzichtet wird.

Kurz vor dem Aufbruch in die Osterferien appelliert Seidenberger an die Eltern, der richtigen Kindersicherung im Fahrzeug oberste Priorität einzuräumen. Was die Handlungskompetenz der Eltern bei der Kindersicherung betrifft, nennt die Verkehrspsychologin drei Fehlerquellen: Kopf, Hand und Herz. "Der Kopf ist dann gemeint, wenn Eltern keine Vorstellungen darüber haben, welche Auswirkungen das Fehlen oder fehlerhafte Benützen eines Sitzes zur Folge hat", führt die Expertin aus. "Die Fehlerquelle 'Hand' betrifft vor allem die fertigkeitsbezogene Bedienung der Rückhaltesysteme. Um das Herz geht es vor allem bei Motiv-Aspekten. Die Eltern wollen dem Kind das Anschnallen ersparen, weil es ihm beispielsweise zu heiß im Sitz ist oder nur ein kurzes Stück gefahren wird."

Die Sicherung von Kindern bis vierzehn Jahre durch den Lenker ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, im Jahr 2002 waren aber 13 Prozent aller Kinder völlig ungesichert im Pkw unterwegs. Für einen konsequenten und fehlerfreien Gebrauch von Rückhaltesystemen ist die Überzeugung der Eltern hinsichtlich der Schutzwirkung daher das Um und Auf. "Wer seine Kinder liebt, der sichert sie im Auto. Das muss eine Selbstverständlichkeit sein und auch ohne strenge Kontrollen und hohe Strafen lückenlos funktionieren", sagt Seidenberger.

Außerdem ist ein Drittel der Kinder in mangelhaften Rückhaltesystemen unterwegs, zeigt eine vom ÖAMTC ausgewertete Überprüfungsstatistik von Kindersitzen. Ein Tipp für alle Eltern, die nicht sicher sind, ob der verwendete Kindersitz ohne Mängel ist und den Anforderungen entspricht: Noch bis 30. April läuft österreichweit die kostenlose Kindersitz-Überprüfung von ÖAMTC und dem Verein "Grosse schützen Kleine" an allen Stützpunkten des Autofahrerclubs. Alle Eltern - ÖAMTC-Mitglieder und Nicht-Mitglieder - haben die Gelegenheit, das verwendete Rückhaltesystem auf Mängel kontrollieren zu lassen. Unbedingt mitbringen sollte man Kind, Sitz und Auto. Für jeden Kindersitz, den die Club-Experten für in Ordnung befinden, gibt es ein "Kindersicher"-Pickerl, auf dem der nächste Überprüfungstermin empfohlen wird. Eine Terminvereinbarung ist nicht notwendig. Nähere Informationen gibt es auf der Website des ÖAMTC unter http://www.oeamtc.at/ sowie unter
http://www.grosse-schützen-kleine.at/.

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Fotos finden sich auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/presse/.

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