- 04.04.2003, 12:52:45
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Ziel "Weltklasseuniversitäten" mit Sparmaßnahmen unvereinbar
Gründungskonvent der Universität Wien: Österreich muss sich seine Universitäten leisten
Wien (OTS) - Der Gründungskonvent der Universität Wien hat in
seiner Sitzung vom 3.4.2003 die geplanten Sparmaßnahmen der
Bundesregierung beraten und nimmt dazu einstimmig wie folgt Stellung:
Der für den gesamten Bundesdienst verordnete Aufnahmestopp trifft an
den Universitäten gerade die NachwuchswissenschafterInnen, denen
damit die Möglichkeit genommen wird, rasch in eine wissenschaftliche
Laufbahn einzutreten. Da um hochqualifizierte BewerberInnen
international starke Konkurrenz herrscht, ist zu befürchten, dass
Österreich die qualifiziertesten jungen WissenschafterInnen verliert.
Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die Umstellung auf das UG 2002
auch im administrativen Bereich zu zusätzlichen Belastungen des
Personals führt. Das ist bei einem Einstellungsstopp nicht zu
verkraften!
Der Gründungskonvent der Universität Wien fordert daher die
Bundesregierung auf, den Aufnahmestopp für die Universitäten sofort
auszusetzen; nur so können schwere Schäden für Wissenschaft und
Forschung verhindert werden.
Die Bundesregierung diskutiert derzeit Sparmaßnahmen, die eine
wesentliche Reduktion des Universitätsbudgets bedeuten. Diese
Maßnahmen beinhalten - laut Medienberichten - eine reduzierte
Finanzierung der Umstellungskosten auf das UG 2002 sowie die
Einführung einer Budgetbindung. Darüber hinaus werden die Kosten des
Gehaltsabschlusses 2002 nachträglich auf die Universitäten abgewälzt,
obwohl der Bundesminister für Finanzen im Vorjahr deren Finanzierung
garantiert hatte. Dadurch müssen auch die Mittel aus den
Studienbeiträgen bzw. der sog. Universitätsmilliarde nur zum Stopfen
von Löchern und nicht für ihren versprochenen Zweck, für die
Verbesserung von Maßnahmen der Lehre, verwendet werden.
Der Gründungskonvent der Universität Wien sieht sich verpflichtet,
darauf hinzuweisen, dass das Einfrieren der Personalkosten in der
Höhe des Budgets 2001 und die Reduzierung des Budgets für 2003 de
facto wesentliche Kürzungen und Qualitätsverluste in den Bereichen
Lehre und Forschung bedeuten.
In diesem Zusammenhang stellt der Gründungskonvent der Universität
Wien fest, dass laut Hochschulbericht 2002 der Budgetvoranschlag 2002
nominell schon knapp unter dem Budget 1999 lag, also bereits ohne die
zu befürchtenden Kürzungen eine signifikante reale Reduktion des
Budgets mit sich brachte.
Der Gründungskonvent fordert daher die Bundesregierung dringend auf,
von den diskutierten Budgetmaßnahmen für die Universitäten Abstand zu
nehmen.
Ein erklärtes Ziel der Bundesregierung ist eine Forschungs- und
Bildungsoffensive. Ebenso ist es Ziel der Universitätsreform, in
Österreich Weltklasseuniversitäten zu schaffen. Budgetäre Kürzungen
sind ein klarer Schritt in die Gegenrichtung. Was ist von den
Ankündigungen der Bundesregierung geblieben?
Im internationalen Vergleich ist darauf hinzuweisen, dass die
schweizerische Bundesregierung beschlossen hat, die entsprechenden
Budgetansätze von 2004 bis 2007 um 5% pro Jahr zu erhöhen ("Denkplatz
Schweiz").
Österreich wäre gut beraten, anstatt Kürzungen ähnliche positive
Maßnahmen zu setzen!
Rückfragehinweis:
Mag. Christoph Gnant
Koordinator der Kollegialorgane der Universität Wien
Tel.: 01/4277-20001 oder 0664/60277-10012
[email protected]
www.univie.ac.at/konvent
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