- 04.04.2003, 09:18:59
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Mineralölindustrie: Wichtiger Schritt für ersten gemeinsamen Arbeiter/Angestellten-Kollektivvertrag
Gewerkschaften und Arbeitgeber streben Absicherung der Branche an
Wien (GMT, GPA, GdC, FV Mineralölindustrie). Am Donnerstag, dem 3.
April 2003, haben die Gewerkschaft Metall -Textil, die Gewerkschaft
der Chemiearbeiter und die Gewerkschaft der Privatangestellten mit
dem Fachverband der Mineralölindustrie nach zahlreichen Verhandlungen
eine wichtige Etappe der Kollektivvertragsreform 2003 vereinbart.++++
Erster Schritt in dieser KV-Reform ist die Vereinheitlichung
rahmenrechtlicher Bestimmungen für ArbeiterInnen und Angestellte
sowie eine Neuordnung des Entgeltsystems für ab 1. April 2003 neu
aufgenommene Angestellte. Die Verhandlungsteilnehmer haben
vereinbart, bis zum Sommer zu einem einheitlichen Entgeltsystem für
die neueintretenden Beschäftigten in der Rohöl-Gewinnung und
Verarbeitung sowie im Vertrieb zu kommen.
Hintergrund dieser Reform war, dass einige Unternehmen der
heimischen Mineralölbranche aus dem bisherigen Geltungsbereich des
Kollektivvertrages gefallen sind. Die Kollektivvertragspartner waren
bestrebt, die in den vergangenen Jahren gewachsenen
Verhandlungsstrukturen aufrecht zu erhalten. Der Kollektivvertrag
gilt für Unternehmen der erdöl- und erdgasgewinnenden und
-verarbeitenden Industrie sowie für deren Vertrieb und einzelne
Tochterunternehmen. Auf Seiten der drei beteiligten Gewerkschaften
ist die Reform ein weiterer Schritt in der langjährigen gemeinsamen
Verhandlungsführung im Erdölbereich genau so wie auf dem Weg zur
Neuen Gewerkschaft, die sie zusammen mit Druckergewerkschaft und
Agrargewerkschaft gründen werden.
Meilenstein in österreichischen Kollektivverträgen
Die Unterzeichnung des Reformwerkes durch SpitzenvertreterInnen
auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite war Höhepunkt der gestrigen
Gesprächsrunde. Dabei bezeichneten die Verhandlungsleiter auf
ArbeitnehmerInnen- und Arbeitgeberseite die Reform als maßgebliche
Weiterentwicklung in ihren langjährigen Bemühungen, die bestehenden
Kollektivverträge für alle ArbeitnehmerInnengruppen und für die
Mitglieder des Fachverbandes textlich zu verkürzen und zu
vereinfachen. Insbesondere die für ArbeiterInnen und Angestellte
einheitlichen kollektivvertraglichen Bestimmungen stellen eine
zukunftsorientierte Langzeitmaßnahme für den angestrebten
einheitlichen ArbeitnehmerInnenbegriff und für die Gestaltung der
Arbeitsplätze in bewährter Form dar. Mit den für neue Beschäftigte
geltenden Anpassungen der Lohn- und Gehaltstabellen auf ein mit
anderen Industriesparten vergleichbares wettbewerbsfähiges Niveau
tragen die Verhandlungspartner dazu bei, die industrielle
Mineralölbranche abzusichern.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die durchgehend
geschlechtsneutrale Formulierung des Kollektivvertrages. Die
VerhandlungspartnerInnen haben in den Bestimmungen darauf geachtet,
dass typische Interessen von Männern und Frauen berücksichtigt
werden.
ÖGB, 4. April 2003
Nr. 235
Rückfragehinweis: Gewerkschaft Metall -Textil, Nani Kauer, (01) 501
46 - 242
Gewerkschaft der Chemiearbeiter, Walter
Zwierschütz, (01) 597 15 01 - 57
Gewerkschaft der Privatangestellten, Mag. Martin
Panholzer: (01) 313 93 - 511
Fachverband der Mineralölindustrie, Dr. Christoph
Capek , Tel: (01) 713 23 48
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