- 03.04.2003, 09:40:38
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Darabos: Macht sich Khol zum Kronzeugen gewagter Geschichtsumdeutung?
"Problematisches Amtsverständnis des NR-Präsidenten"
Wien (SK) "Dass sich NR-Präsident Andreas Khol zum Kronzeugen
einer mehr als zweifelhaften Geschichtsumdeutung macht, ist äußerst
problematisch und offenbart ein äußerst ideologisiertes und
parteipolitisch engstirniges Amtsverständnis des
Nationalratspräsidenten", kritisierte SPÖ-Bundesgeschäftsführer
Norbert Darabos am Donnerstag den gestrigen Auftritt Khols bei der
Präsentation des Buches "Österreich gegen Hitler". ****
Bei der Buchpräsentation wurden die austrofaschistische
"Vaterländische Front" und Engelbert Dollfuß zu Widerstandskämpfern
gegen Hitler hochstilisiert und die Sozialdemokratie als Totengräber
Österreichs Eigenständigkeit diffamiert. "Wer solchen Geschichtslügen
beiwohnt und ihnen dadurch quasi offiziellen Charakter verleiht, der
stellt sich als fragwürdige Besetzung für eines der höchsten Ämter
der Republik dar", meinte Darabos weiters. "Es waren Sozialdemokraten
die direkt von Dollfuß' Anhaltelager in die KZ der Nazis wandern
mussten - das sollte Khol noch in Erinnerung sein", so Darabos
gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Dollfuß habe nicht nur die Demokratie
zu Grabe getragen, auf Arbeiterwohnungen mit Kanonen schießen lassen
und Parteien und Gewerkschaften verbieten lassen. Er habe durch seine
Form der alpenländischen Imitation des deutschen Faschismus auch
ideell und politisch Hitler den Boden aufbereitet. "Dass Khol nun mit
abenteuerlichen und revisionistischen Thesen den mühsam errungenen
geschichtlichen Grundkonsens der Zweiten Republik in Frage stellt,
ist ein bedenklicher Akt ideologischen Hochmuts", schloss der
SPÖ-Bundesgeschäftsführer. (Schluss) hs
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