- 28.03.2003, 13:40:11
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GRAS: Soziale Lage der Studierenden großteils erschütternd
Gehrer versucht ihre soziale Kälte warm zu reden - GRAS legt die ungeschönten Fakten auf den Tisch
Wien (OTS) - Die Grünen & Alternativen StudentInnen (GRAS) wurden
heute wieder ZeugInnen einer geschönten ministeriellen Präsentation
des IHS-Berichtes zur sozialen Lage der Studierenden 2002. "Gehrer
sparte die erschütternden Fakten aus und beschränkte sich darauf,
ihre soziale Kälte warm zu reden", erklärt Barbara Wittinger,
GRAS-Spitzenkandidatin im ÖH-Wahlkampf. Die GRAS widerlegt die
eigenwilligen Interpretationen der Ministerin, die eigentlich auf
einer repräsentativen Umfrage unter Studierenden basieren, auf Punkt
und Beistrich.
Ministerin Gehrer behauptet, Studienbeiträge würden das Studium
beschleunigen. Tatsache ist, dass laut Bericht zur sozialen Lage der
Studierenden 44,5 % der StudentInnen die Einführung der Gebühren als
erhöhten finanziellen Druck empfinden. "Studierende werden gezwungen,
neben dem Studium erwerbstätig zu werden. Daraus folgt automatisch
eine Verlangsamung des Studienfortgangs und -erfolgs", widerlegt
Wittinger das unfundierte Argument der Ministerin. 69,5 % der
Studierenden geben als Motiv für eine Erwerbstätigkeit an, ihren
Lebensunterhalt verdienen zu müssen. Laut IHS-Bericht sehen nur 7,6 %
ihr Studium nicht durch ihre Erwerbstätigkeit eingeschränkt, nur 9,4
% sagen, sie hätten keine Probleme bei der Vereinbarkeit von Studium
und Beruf. "Gehrer geht über diese Zahlen einfach hinweg.
Beispielsweise sank der Prozentsatz an Frauen, die nicht auf
Erwerbstätigkeit neben dem Studium angewiesen waren, gegenüber 1998
von 51,6 auf 32,7 Prozent 2002", erklärt Wittinger.
Studierende armutsgefährdet und immer häufiger höher
verschuldet
Gehrer erklärte in ihrer heutigen Pressekonferenz, Studienbeiträge
seien keine soziale Hürde. Faktum ist, dass Zuwendungen (Belastungen
des Elternhauses) und finanzielle Abhängigkeit der Studierenden von
den Eltern angestiegen sind. Nach sozialen Schichten betrachtet
bedeutet diese Entwicklung, dass Studierende aus der sozial niedrigen
Schicht um rund 42 % weniger Geld als StudentInnen aus sozial hohen
Schichten bekommen. Die Summe aus Aufnahmen von Darlehen durch
Studierende hat sich von 1998 bis 2002 mehr als vervierfacht. Die
durchschnittliche Darlehenshöhe pro Studierenden und Jahr betrug 1998
36 Euro und beläuft sich 2002 auf nunmehr 156 Euro. 17,4 % der
StudentInnen verfügen über keine Sockelfinanzierung (laut Bericht zur
sozialen Lage der Studierenden: "Finanzielle Unterstützungsleistungen
der Familie und Einnahmen aus der Studienbeihilfe", Kapitel 7.5).
Insgesamt gaben 51,5 Prozent der Befragten an, finanzielle Probleme
zu haben. "35 000 Studierende ziehen es dem aktuellen IHS-Bericht
zufolge in Erwägung, ihr Studium aus finanziellen Gründen
abzubrechen. Gehrer dürfte das als Studiumsbeschleunigung
interpretieren", so Ralph Schallmeiner, GRAS-Spitzenkandidat im
ÖH-Wahlkampf.
GRAS fordert Abschaffung der Studiengebühren und
Grundsicherung
Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass Studierende keineswegs
sozial abgesichert sind bzw. ungehindert ihrem Studium nachgehen
können. Die GRAS fordert daher die Abschaffung der Studiengebühren,
eine Ausweitung des Studienbeihilfensystems vor allem für soziale
Schwache, Studierende mit Kindern und ausländische KollegInnen. Die
GRAS fordert des weiteren eine sozial gestaffelte, staatlich
garantierte Grundsicherung (Sockelbetrag), die allen Studierenden zur
Verfügung stehen muss. "Die GRAS steht für ungehindertes Studieren
mit staatlich garantierter finanzieller Absicherung und für das
Grundrecht auf Bildung", so die SpitzenkandidatInnen Wittinger und
Schallmeiner abschließend.
Rückfragehinweis: Rückfragehinweis:
Michaela Fabian, GRAS-Pressesprecherin
1070 Wien, Lindengasse 40
GRAS-Büro: 01/521 25-215
mobile: 0664/43 56 444
email: [email protected], [email protected]
www.gras.at
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