- 28.03.2003, 10:33:13
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Grünewald fordert Einführung eines Teilzeitstudiums
Wer auf Studiengebühren beharrt, muss die Folgen mitdenken
OTS (Wien) - "Als dringend notwendig" bezeichnet heute der
Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, die Einführung
eines Teilzeitstudiums. Dies gehe aus dem Bericht zur sozialen Lage
der Studierenden 2002 hervor, der heute von BM Gehrer präsentiert
wird. Demnach habe die Einführung der Studiengebühren einen Anstieg
der Erwerbstätigkeit zur Folge gehabt. 70 Prozent aller Studierenden
seien während des Semesters erwerbstätig und maximal ein Drittel
könnten sich ein Vollzeitstudium leisten, das durch Eltern oder
Studienbeihilfe finanziert werde. Trotzdem konzentriere sich die
Politik der Wissenschaftsministerin auf diese Minderheit. "Das ist
realitätsfremd, international einzigartig und überdies auch unsozial.
Überall, wo es Studiengebühren gibt, gibt es die Möglichkeit eines
Teilzeitstudiums", so Grünewald.
Der Bericht zeige, dass 60 Prozent der Studierenden erwerbstätig
seien, um die Kosten des Studiums zu finanzieren. Und wer
gezwungenermaßen arbeite, um sich sein Studium finanzieren zu können,
studiere de facto Teilzeit. Grünewald: "Gehrer muss auf diese
Situation reagieren, sonst ist es nicht verwunderlich, dass die
Attraktivität eines universitären Studiums zunehmend schwindet.
Gerade einmal neun Prozent aller Studierenden sind mit ihrer
Studiensituation zufrieden. Wo bleibt da die Weltklasse, Frau
Ministerin?" Dies sei vor allem deshalb problematisch, weil
Österreich mit acht Prozent eine der niedrigsten
AkademikerInnenquoten in der OECD habe. Eine sozial gerechte und
bessere Vereinbarkeit von Studium und Beruf sei notwendig, um die
teilweise prekäre finanzielle Situation eines Großteils der
Studierenden zu entschärfen. "Wenn die Regierung schon auf den
Studiengebühren beharrt, so möge sie doch nicht zuletzt im Interesse
Österreichs dafür sorgen, dass Studierende dadurch keine Probleme
haben, ihr Studium sinnvoll zu absolvieren.", so Grünewald
abschließend.
Rückfragehinweis: Pressebüro der Grünen im Parlament
Tel.: (++43-1) 40110-6697
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