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Grünewald fordert Einführung eines Teilzeitstudiums

Wer auf Studiengebühren beharrt, muss die Folgen mitdenken

OTS (Wien) - "Als dringend notwendig" bezeichnet heute der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, die Einführung eines Teilzeitstudiums. Dies gehe aus dem Bericht zur sozialen Lage der Studierenden 2002 hervor, der heute von BM Gehrer präsentiert wird. Demnach habe die Einführung der Studiengebühren einen Anstieg der Erwerbstätigkeit zur Folge gehabt. 70 Prozent aller Studierenden seien während des Semesters erwerbstätig und maximal ein Drittel könnten sich ein Vollzeitstudium leisten, das durch Eltern oder Studienbeihilfe finanziert werde. Trotzdem konzentriere sich die Politik der Wissenschaftsministerin auf diese Minderheit. "Das ist realitätsfremd, international einzigartig und überdies auch unsozial. Überall, wo es Studiengebühren gibt, gibt es die Möglichkeit eines Teilzeitstudiums", so Grünewald.

Der Bericht zeige, dass 60 Prozent der Studierenden erwerbstätig seien, um die Kosten des Studiums zu finanzieren. Und wer gezwungenermaßen arbeite, um sich sein Studium finanzieren zu können, studiere de facto Teilzeit. Grünewald: "Gehrer muss auf diese Situation reagieren, sonst ist es nicht verwunderlich, dass die Attraktivität eines universitären Studiums zunehmend schwindet. Gerade einmal neun Prozent aller Studierenden sind mit ihrer Studiensituation zufrieden. Wo bleibt da die Weltklasse, Frau Ministerin?" Dies sei vor allem deshalb problematisch, weil Österreich mit acht Prozent eine der niedrigsten AkademikerInnenquoten in der OECD habe. Eine sozial gerechte und bessere Vereinbarkeit von Studium und Beruf sei notwendig, um die teilweise prekäre finanzielle Situation eines Großteils der Studierenden zu entschärfen. "Wenn die Regierung schon auf den Studiengebühren beharrt, so möge sie doch nicht zuletzt im Interesse Österreichs dafür sorgen, dass Studierende dadurch keine Probleme haben, ihr Studium sinnvoll zu absolvieren.", so Grünewald abschließend.

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