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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Letzte Chance" (Von Manfred Maurer)
Ausgabe vom 28. März 2003
Linz (OTS) - Die UNO ist gescheitert. An Bush, da ist sich der
Rest der Welt einig. Diskutieren lässt sich darüber, ob nicht die
Europäer mit ihrer Zerstrittenheit auch einen entscheidenden Beitrag
zum diplomatischen Irak-Fiasko geleistet haben.
Aber diese Vergangenheitsbewältigung mit gegenseitigen
Schuldzuweisungen bringt die Welt nicht weiter. Jetzt kann es nur
noch um Schadensbegrenzung gehen. Selbst wer Bush verdächtigt, an der
UNO vorbei eine neue Weltordnung errichten zu wollen, wird sich also
mehr einfallen lassen müssen, als das Gute im Bekämpfer des Bösen
anzuzweifeln und den Kriegsverlauf mit
Wir-haben-ja-davor-gewarnt-Kommentaren zu begleiten.
In den militärischen Problemen der Alliierten liegt jedenfalls die
Chance auf eine neue Rolle für die UNO. Bushs Ohr für Blairs
Bemühungen um eine Wiedereinbindung der UNO schien gestern schon
offener gewesen zu sein, als es das vor Kriegsbeginn war. Denn auch
Bush muss es allmählich dämmern: Er kann Saddam verjagen, aber mit
der Etablierung einer nachhaltigen Friedensordnung wird auch eine
Hypermacht überfordert sein, zumal eine derart misstrauisch beäugte.
Ob die UNO ihre letzte Chance nützen kann, hängt aber wieder nicht
nur von Bush ab. Es ist wie vor dem Krieg: Auch Europa muss sich
endlich einig werden, was es will.
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