ORF-Preisregen bei der Diagonale 2003

"shorts on screen"-Preise sowie Erich-Neuberg-Preis im Rahmen des ORF-Tages verliehen

Wien (OTS) - Ganz im Zeichen des ORF stand die Diagonale 2003 gestern, am Dienstag, dem 25. März 2003. Der ORF-Tag beim österreichischen Filmfestival in Graz startete am frühen Nachmittag mit der Preisverleihung des durch die Diagonale unterstützten ORF-Kurzfilmwettbewerbs "shorts on screen". Die Initiatoren des Bewerbs, die ORF-Landesstudios und die Landeskulturämter -repräsentiert durch den steirischen ORF-Landesdirektor Dr. Edgar Sterbenz und den Vertreter des Landes Steiermark, Hofrat Dr. Manfred Glawogger -, zeichneten pro Bundesland einen Gewinner aus - mit Oberösterreich als Ausnahme, das ex aequo zwei erste Preise entgegennahm. Den österreichischen Gesamtsieg des Bewerbs teilen sich die prämierten Nachwuchsfilmer aus Wien und dem Burgenland.
Damit war jedoch der ORF-Preisregen bei der Diagonale noch nicht zu Ende: Am Abend vergab der ORF in Person des Programmdirektors Dr. Reinhard Scolik den Erich-Neuberg-Preis 2002 an den niederösterreichischen Filmemacher Wolfgang Murnberger für seinen Fernsehfilm "Brüder". Im Anschluss folgte die Diagonale-Premiere des ORF-Psychodramas "Ausgeliefert", das heute um 20.15 Uhr in ORF 2 erstmals gezeigt wird. Zur Filmpremiere waren neben Regisseur Andreas Prochaska, Drehbuchautor Thomas Baum und Allegro-Filmproduzent Helmut Grasser auch die Hauptdarsteller Harald Krassnitzer und Maria Köstlinger gekommen. Zum Ausklang des Abends stand nach der "Ausgeliefert"-Premiere noch ein ORF-Empfang im Grazer Szenelokal "Maroni" auf dem Programm, bei dem sich die österreichische Filmbranche ein Stelldichein gab.

Wien und Burgenland sind Gesamtsieger des ORF-Kurzfilmwettbewerbs "shorts on screen"

"Lockvogel" und "Rot Rot. Silber" heißen die beiden prämierten Kurzfilme aus Wien und dem Burgenland, die erst im Rahmen der gestrigen Preisverleihung als Gesamtsieger des Wettbewerbs "shorts on screen" bekannt gegeben wurden. Der 1982 geborene Wiener Benjamin Swiczinsky überzeugte in seiner überraschenden Einzelleistung "Lockvogel", einer schwarzhumorigen Geschichte über den erfolglosen Suizidversuch eines jungen Mannes, als Drehbuchautor, Regisseur, Hauptdarsteller, Kameramann und Cutter in Personalunion. "Rot Rot. Silber" ist das überzeugende Ergebnis einer gelungenen Teamarbeit von vier jungen Burgenländern, die eine visuell eindrucksvolle, emotional sehr starke und gleichzeitig sehr poetische filmische Aufarbeitung von Problemen Jugendlicher abgeliefert haben. Die vier Preisträger sind Wolfgang Bauer, Theresa Eipeldauer, Isabel Gaber und Julia Ramesmayer.
Alle Gewinner des Kurzfilmwettbewerbs "shorts on screen" erhielten von den Kulturabteilungen der Länder ein Preisgeld von 3.000 Euro pro Bundesland. Neben der finanziellen Auszeichnung sowie der begleitenden Promotion durch Trailer, Berichterstattung und einem Beitrag in der gestrigen "Treffpunkt Kultur"-Ausgabe werden die ausgewählten Kurzfilme - laut Wettbewerbsmotto - im ORF auch "on screen" sein: Am Sonntag, dem 30. März, um 23.25 Uhr sowie am Sonntag, dem 6. April, um 23.15 Uhr präsentiert ORF 2 die Sendungen "shorts on screen", in denen alle prämierten Werke sowie Interviews mit den jeweiligen Filmemachern zu sehen sein werden.

"shorts on screen" - ambitioniertes Projekt zur Förderung des heimischen Filmnachwuchses

Unter den insgesamt 314 Wettbewerbseinreichungen, die im ORF und in den Landeskulturabteilungen eingelangt waren, hat die vierköpfige Fachjury über die insgesamt zehn ausgezeichneten Werke hinaus eine große Zahl beachtenswerter Kurzfilme mit lobenden Erwähnungen bedacht. Der Jury gehörten die Wiener Produzentin, Autorin und Regisseurin Barbara Albert ("Nordrand"), ORF-Kulturredakteur Karl Khely, der Vorarlberger Medienpädagoge Friedl Wolaskowitz und die Salzburger Kinoexpertin Renate Wurm an. Die detaillierte Auflistung aller "shorts on screen"-Preisträger inklusive Jurybegründungen sowie aller lobender Erwähnungen ist unter der ORF-Internet-Adresse http://orfprog.apa.at/ORFprog abzurufen.
Mit der Preisverleihung von "shorts on screen" ging ein ambitioniertes Projekt zur Förderung des kreativen, heimischen Filmnachwuchses erfolgreich über die Bühne. Die Diagonale mit ihrer noch amtierenden Intendanz von Christine Dollhofer und Constantin Wulff unterstützte diese Kooperation von Beginn an tatkräftig und bot dafür das passende Forum. Ein wesentlicher Faktor für den österreichischen Film und seinen Erfolg und Weiterbestand sei die Nachwuchsförderung, wie Wulff im Rahmen der Preisverleihung betonte.

Erich-Neuberg-Preis 2002 an Wolfgang Murnberger für "Brüder" -Fortsetzung beschlossen

Zum insgesamt 22. Mal seit 1980, aber dafür erstmals im Rahmen der Diagonale wurde gestern der Erich-Neuberg-Preis verliehen. Für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Filmregie - so die Statuten - geht der in Gedenken an den österreichischen Filmpionier gestiftete ORF-Preis jährlich an einen heimischen Filmemacher bzw. eine Filmemacherin. Bereits zum zweiten Mal (1996 für "Auf Teufel komm raus") erhielt der Niederösterreicher Wolfgang Murnberger nun die renommierte Auszeichnung, deren Dotierung heuer auf Initiative des ORF-Programmdirektors Dr. Reinhard Scolik von 3.000 auf 7.000 Euro erhöht wurde. Murnberger wurde für die im Juni 2002 erfolgreich ausgestrahlte Tragikomödie "Brüder" geehrt, in der Wolfgang Böck, Erwin Steinhauer und Andreas Vitásek als ungleiches Brüdertrio auf Vatersuche ging. Das Drehbuch zum Film stammt von Uli Brée und Rupert Henning. "Brüder" zeigt "feinsinnig geführte Protagonisten in einer originellen Geschichte, deren Wendungen bis zuletzt überraschend wirken. Ein in gutem Sinne moderner Fernsehfilm, der sich dennoch nicht geschmäcklerisch vordergründigen Moden anpasst: "gute Unterhaltung ohne Anbiederung" zitierte ORF-Programmdirektor Scolik aus der Jurybegründung. "Brüder" sei vor allem auch deshalb preiswürdig, weil es im Sinne von Neuberg eine innovative Filmleistung sei, so Scolik. "Der Film und damit auch Wolfgang Murnberger hat nicht nur deshalb Erfolg gehabt, weil er die Sprache des Volkes spricht, sondern weil er auch mit der Sprache umgehen kann und dabei einen hohen Qualitätsanspruch wahrt."
Preisträger Murnberger zeigte sich sehr stolz über diese Auszeichnung: "Als ich den Anruf erhielt, war ich verunsichert und wusste nicht, ob ich sagen sollte, dass ich den Preis schon mal bekommen habe. Als man mir dann bestätigte, dass das so in Ordnung sei, hab ich mich sehr gefreut. Diesen Preis gäbe es allerdings nicht ohne die Autoren Uli Brée und Rupert Henning, bei denen ich mich besonders bedanken möchte. Ich muss ganz ehrlich sagen: Ein solches Buch bekommt man nicht oft", sagte Wolfgang Murnberger bei der Preisverleihung.
Noch mehr Grund zu Freude gab es dann, als ORF-Programmdirektor Scolik die Entscheidung bekannt gab, dass "Brüder" fortgesetzt wird. "Es liegt uns bereits ein hervorragendes Drehbuch vor, das demnächst umgesetzt werden soll". "Brüder 2" wird voraussichtlich schon im Juni 2003 gedreht werden.

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