"Konsument"-Test: Alkohol in Naschereien

In vielen für Kinder beworbenen Süßigkeiten steckt Hochprozentiges."Lila Kuh" mit Alkohol.

Wien (OTS) - Welche Schnapsideen Süßwaren-Hersteller für Kinder parat haben, zeigt ein Test über Alkohol in süßen Fertigprodukten in der neuesten Ausgabe des Verbrauchermagazins "Konsument". Unter die Promille-Lupe kamen: Rouladen, Törtchen, Schnitten, gefülltes Gebäck, Marzipan und verpacktes Tiramisu aus dem Supermarkt. Die 19 auf Verdacht eingekauften und untersuchten Fertigprodukte kosten zwischen 0,95 und 1,30 Euro. Ergebnis: Bei zwei Drittel der Süßigkeiten wurden die "Konsument"-Tester fündig. Darunter ausgerechnet auch bei solchen Produkten, die speziell für Kinder und Jugendliche beworben werden, wie etwa der "Milka Tender". Damit keine Missverständnisse aufkommen:
Kein Produkt im Test enthält viel Alkohol, der Anteil beträgt zwischen 0,10 und 2,22 Prozent. Trotzdem kann man ihn fast immer riechen und schmecken.

Alkohol in Süßigkeiten kann als Zutat, als Konservierungsmittel, als Lösungsmittel für Aromen oder Fruchtauszüge versteckt sein. Alkoholhältiges ist nicht immer leicht zu erkennen, da nur verpackte Produkte eine Zutatenliste aufweisen. Zugesetzter Alkohol riecht gleich nach dem Öffnen der Packung am intensivsten. Wird Hochprozentiges als Zutat oder als Konservierungsmittel verwendet, dann ist es deklariert. Dient es als Lösungsmittel für Aromen oder Fruchtauszüge, muss es nicht angeführt sein. Das gleiche gilt für Alkohol in Zutaten, die weniger als 25 Prozent im Endprodukt enthalten sind. Das betrifft zum Beispiel Alkohol in der Marillenmarmelade eines Krapfens.

Oft mit Akohol konserviert werden weiche, saftige Schnitten, Törtchen oder Rouladen, weil sie leicht verderben. Doch es geht auch anders: "Ferrero" hat mittlerweile die Rezepte für Produkte der Marke "Kinder" geändert. In diesen fanden die "Konsument"-Tester keinen Alkohol. Verbrauchern, die alkoholfreie Süßigkeiten kaufen möchten, empfiehlt "Konsument" die Zutatenliste genau zu studieren oder trockene, knusprige Kekse bzw. Riegel zu wählen. Diese sind in aller Regel promillefrei.

Was viele nicht wissen: Sogar im alkoholfreien Bier sind bis zu 0,5 Prozent Alkohol erlaubt. Selbst in Fruchtsäften oder Kefir können bis 0,5 Prozent Alkohol stecken. Gesundheitsschädigend sind diese geringen Mengen nicht, aber anders als beim Fruchtsaft oder Kefir kann man bei Süßigkeiten Alkohol riechen und schmecken. Da Naschereien oft als Belohnung eingesetzt werden, besteht die Gefahr eines Gewöhnungseffekts: Alkoholhältiges wird mit etwas Angenehmem verbunden.

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Mag. Birgit Beck,
VKI-Abteilung Technik 2,
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