Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Klagenfurter Kassasturz (von Manfred POSCH)

Ausgabe vom 26. März 2003

Klagenfurt (OTS) - Harald Scheucher, Klagenfurts Stadtoberhaupt,
hat am Stichwahlabend vor laufender TV-Kamera nicht den besten Eindruck hinterlassen. So etwas wie ein abgestürzter Sieger stand da; die Qualität des Auftritts hielt jedenfalls spielend Schritt mit dem gewaltigen VP-Stimmenverlust.

Wie geht es in Klagenfurt nun weiter; wie soll es weitergehen? Dass der Sozialdemokrat Ewald Wiedenbauer, der dem schwarzen Kontrahenten überraschend mächtig Paroli geboten hat, als der "eigentliche Wahlsieger" zu apostrophieren ist, stellt Scheucher vor Probleme bislang unbekannter Art. Das bemerkenswerte Abschneiden der "Lindwurm-SP" führt nämlich diversen Argumentationen der Rathaus-Roten jene Gewichtigkeit zu, die ein einst starker Scheucher nicht sehr ernst genommen hat.

Beispielsweise tritt nunmehr - effektiv - die Dringlichkeit eines städtischen Kassasturzes auf den Plan. Veranstaltungszentrum, Fußballstadion, Lorettokauf - lediglich drei einer ganzen Palette attraktiver Projekte, für die es zwar Gemeinderatsbeschlüsse, doch kein "herzeigbares" Geld gibt. In diesem Zusammenhang wäre gewiss auch dem Vorschlag Wiedenbauers Gehör zu schenken, in der Stadt ein Projektmanagement, also externe Fachhilfe, einzuführen. Denn nicht alles, was mit (Kommunal-)Politik überschrieben ist, wird von Politikern fulminant beherrscht.

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