Evangelische Kirche protestiert gegen Irakkrieg utl.: Krieg ist als völkerrechtswidrig und unmoralisch abzulehnen – Religiöse Motive für den Krieg stellen Missbrauch von Religion dar – Für eine humane Flüchtlingspolitik

Wien, 25. März 2003 (epd Ö) Als "völkerrechtswidrig und unmoralisch" hat die Evangelische Kirche in Österreich den Irakkrieg abgelehnt. Religiöse Motive zur Begründung des Krieges stellen, so der Evangelische Oberkirchenrat A.u.H.B. in seiner Erklärung vom Dienstag, 25. März, einen Missbrauch von Religion für die Zwecke von Gewalt und Krieg dar. Die Erklärung, die in den Gottesdiensten verlesen werden soll, hat folgenden Wortlaut:

"Die Evangelische Kirche in Österreich protestiert gegen den Krieg, mit dem die USA und ihre Verbündeten die Probleme rund um den Irak lösen wollen. Sie weiß sich mit der weltweiten Ökumene darin einig, dass dieser Krieg als völkerrechtswidrig und unmoralisch abzulehnen ist.

Vertreter der USA haben ihre zum Krieg führenden Entscheidungen immer wieder unter anderem auch mit religiösen Motiven begründet. Das ist ein Missbrauch von Religion für die Zwecke von Gewalt und Krieg. Die Kritik an der Politik der derzeitigen Regierung der USA muss sich aber davor hüten, alten Vorurteilen wie der Rede von einem "fundamentalistischen Protestantismus" oder gar von einer "jüdischen Verschwörung" neuen Vorschub zu leisten.

Die Evangelische Kirche ruft dazu auf, im Gebet der Menschen zu gedenken, die jetzt Opfer von Krieg und Zerstörung werden. Schon jetzt gilt es, die Bereitschaft für humanitäre Hilfe zu wecken. In diesem Sinn unterstützt die Evangelische Kirche die Arbeit der Diakonie und fordert die österreichischen Behörden auf, bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Irak menschlich vorzugehen und großzügig zu sein."

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