Fußball - Österreichs Nationalsport als Gefahrenquelle

Von mehr als 590.000 ausübenden FußballspielerInnen verletzen sich rund 38.100 pro Jahr so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen.

Wien (OTS) - Das Wetter hält was der Kalender vergangene Woche versprochen hat: Der langersehnte Frühling hat endlich begonnen. Fußballbegeisterte werden in ihrer Freizeit den ersehnten Sonnenstrahlen hinaus ins Freie folgen. Doch Fußball ist nicht nur eine sehr beliebte, sondern auch die Sportart mit dem höchsten Verletzungsrisiko. Rund 38.100 ÖsterreicherInnen verletzen sich jährlich beim Fußballspielen so schwer, dass Behandlungen im Krankenhaus notwendig sind - 95 Prozent davon sind Männer.

Die häufigsten Verletzungen sind Sehnen/Muskelverletzungen sowie Knochenbrüche und Prellungen/Quetschungen. Bei den am häufigsten betroffenen Körperteilen handelt es sich um den Fußknöchel und das Knie.

Schlechte Platzverhältnisse, übertriebener Ehrgeiz, mangelnde Fitness und Verzicht auf Schiedsrichter sind - vor allem bei "Hobby-Kickern" - typische Ursachen für Verletzungen beim Fußball. Gerade nach dem langen Winter sind Muskeln und Sehnen "eingerostet" und müssen langsam trainiert und vor allem richtig aufgewärmt werden. Auch falsche Schuhe können Verletzungen durch Umknöcheln oder falsches Auftreten verursachen.

Vereine
Stundenbezogen ist das Verletzungsrisiko bei Vereins-Fußballern wesentlich geringer als bei "Hobby-Kickern". Wettkampfbedingungen bringen jedoch mehr Verletzungen, da die betonte Härte und versteckte Fouls vorprogrammiert sind. Bereits im Nachwuchsbereich steht Wettkampf und Sieg an erster Stelle, der spielerische Aspekt und Technik-Training bleiben oftmals im Hintergrund. Trainer rühmen sich häufig dafür wie ihre Schützlinge die Gegner "legen".

Was kann alles passieren?
Wie bei allen anderen Sportarten kann auch beim Fußball von typischen Unfallursachen gesprochen werden. Mehr als die Hälfte aller Verletzungen beim "Kicken" sind Zusammenstöße. Bei typischen Fußball-Bewegungen kann man leicht umknöcheln, sich das Knie verdrehen oder auf dem Rasen ausrutschen. Ein Viertel aller im Krankenhaus behandelten Verletzungen werden durch Fremdverschulden verursacht, was nicht gerade auf "Fair Play" hindeutet.

"Sicher Leben"-Tipps
Unser Ziel ist die Senkung der Unfallzahlen im Fußball durch geeignete Verletzungsvorbeugung. Durch einfache Unfallmaßnahmen kann das Verletzungsrisiko verringert werden. Das Institut "Sicher Leben" gibt Tipps für unfallfreies "Kicken":

  • Regelmäßiges und ausgewogenes Trainieren (das ganze Jahr - nicht nur vor einem Spiel)
  • Den Platzverhältnissen angepasstes Schuhwerk, Verwendung von Schienbeinschonern (gleichmäßige Ausrüstung für alle Spieler)
  • Ermüdung vermeiden; Spielzeit und Spielfeldgröße dem Können anpassen oder verkürzen bzw. verkleinern
  • Aufwärmen und Stretching nicht vergessen (vor und nach dem Spiel)
  • Schiedsrichter bestimmen um "Fair Play" zu gewährleisten
  • Kein Alkohol
  • Gleichmäßige Ausrüstung für alle Spieler
  • Jeglichen Schmuck ablegen bzw. überkleben (z.B. Flinserl), damit die Gefahr des Hängenbleibens nicht gewährleistet ist

Knabenfußballtore
Anfang März verunglückte wieder ein elfjähriger Bub indem er von einem umstürzenden Übungstor, das nur mit Haken gesichert war, am Kopf getroffen wurde.

Das Institut "Sicher Leben" hat wiederholt Medien und Verantwortliche darauf aufmerksam gemacht, dass die Gefahr der ungesicherten Knabenfußballtore bereits seit Jahren genau bekannt ist. Institutsleiter Dr. Rupert Kisser warnt daher: "Diese mobilen Tore dürfen nur zulässig sein, wenn die Hülsen fest im Boden verankert sind. Leider sind immer noch bei vielen Vereinen mobile "Knabentore" im Einsatz, was als verantwortungslos zu bezeichnen ist. Ein derartiger Unfall kann die Gesundheit eines jungen Fußballers durch bleibende Körperschädigung, meist Lähmungen oder Gehirnverletzungen zerstören."

Institut "Sicher Leben" rät Eltern eindringlich sich Vereine und Trainer genauer anzusehen, bevor sie ihr Kind beitreten lassen.

Rückfragen & Kontakt:

Institut Sicher Leben
Pressestelle
Mag. Alexandra Ludvik
Tel.: (++43-1) 71 770/225

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