Hagenhofer: Privatisierungen bergen Gefahr weiterer Benachteiligungen für Menschen mit Behinderung

Wien (SK) Der neue Bericht aus dem Sozialministerium belegt erneut, dass Menschen mit Behinderung schlechtere Chancen am Arbeitsmarkt und - einmal arbeitslos - weitaus geringere Chancen auf einen Wiedereinstieg ins Berufsleben haben. Sie sind in besonderem Maße von Armut bedroht. Obwohl eine Behinderung keinesfalls per se auch eine Arbeitsunfähigkeit bedeutet, brauchen viele Firmen und vor allem Großbetriebe erst finanzielle Anreize, um Menschen mit Behinderung einzustellen. Die oberösterreichische SPÖ-Abgeordnete Marianne Hagenhofer warnt anlässlich des Jahres der Menschen mit Behinderung 2003 davor, dass die ohnehin schlechte Ausgangssituation am Arbeitsmarkt durch geplante Privatisierungen österreichischer Betriebe noch verschärft werden könnte. ****

Im neuen Regierungsprogramm werde explizit festgehalten:
"Die weitere vollständige Privatisierung (100 Prozent) von Böhler Uddeholm AG, VA Technologie AG, Voest Alpine AG, Österreichische Postbus AG (Beteiligung Privater; nach Entscheid des Kartellgerichtes), Österreichische Bergbauholding AG und der Telekom Austria (bis zu 100 Prozent) wird angestrebt."

Hagenhofer gibt zu bedenken: "Mit dem Verkauf der Bundesanteile an diesen Unternehmen gibt Österreich auch jede Kontrolle und Mitsprache ab. Die Gefahr, dass die Offenheit und das Verantwortungsbewusstsein der Betriebe für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung auf der Strecke bleibt, ist groß. Das Ziel privater Unternehmer ist in erster Linie die Gewinnmaximierung -dabei werden arbeitsmarkt- oder sozialpolitische Aspekte oftmals außer Acht gelassen."

Hagenhofer sieht darin einen von vielen Faktoren, die zur Vorsicht vor der Verschleuderung des Silbers der Republik Österreich mahnen. "Im Zuge des absehbaren Personalabbaues haben insbesondere ArbeitnehmerInnen mit Behinderung ein hohes Risiko, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Das bedeutet, dass einer ohnehin benachteiligten Bevölkerungsgruppe möglicherweise weitere Verschlechterungen bevorstehen", so Hagenhofer abschließend. (Schluss) ml/mm

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