- 25.03.2003, 10:44:45
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Zeit zum Lernen - Zeit zum Spielen: Internationale Tagung der AK zum Thema Nachmittagsbetreuung für Schüler
Linz (OTS) - 70 Prozent der oberösterreichischen Eltern wünschen
sich eine qualitätsvolle, externe Nachmittagsbetreuung für ihre
Kinder. Das hat eine IFES-Studie im Auftrag der Arbeiterkammer
ergeben. Allerdings können nur sieben Prozent ein derartiges Angebot
auch nützen. Um die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu
schließen, präsentiert die AK auf ihrer Tagung morgen Mittwoch
Beispiele, wie eine sinnvolle Nachmittagsbetreuung aussehen könnte.
Nachmittagsbetreuung in der Schule oder in einem Hort muss mehr
sein als ein betreuter Aufenthaltsort und Aufgabenmachen unter
Aufsicht. Von einer guten Nachmittagsbetreuung profitieren vor allem
die Kinder. Sie bekommen die Chance Sozialkompetenz und sinnvolle,
aktives Freizeitverhalten zu lernen. Für Lernschwache bietet die
qualitätsvolle Betreuung zudem die Möglichkeit, ihre Rückstände
aufzuholen. Die Eltern ersparen sich dadurch teure Nachhilfestunden.
Absolventen der Schulen mit guter Nachmittagsbetreuung sind dadurch
viel besser auf die Anforderungen der Berufswelt vorbereitet.
Sinnvolle Nachmittagsbetreuung nutzt auch den Eltern. Sie haben
mehr Chancen, sich am Erwerbsleben zu beteiligen. Das trifft vor
allem auf Frauen zu, da sie nur so die Möglichkeit haben, zwischen
Familie und Beruf, zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung zu
wählen. Die Unterbrechung der Karriere durch die Kinderpause wird
kürzer, wenn die Frauen ihre Kinder auch am Nachmittag sinnvoll
betreut wissen. Alleinerzieherinnen können schließlich ihren
Lebensunterhalt durch Arbeit selbst abdecken, sie leisten Beiträge
zur Kranken- und Pensionsversicherung und schaffen so die
Voraussetzung dafür, im Alter nicht zu verarmen.
Von einer guten Nachmittagsbetreuung profitieren aber auch die
Unternehmer. Sie müssen nicht während der Kinderpausen ihrer
Mitarbeiterinnen auf deren Wissen und Erfahrung verzichten. Das
gerade in der modernen Arbeitswelt oft geforderte lebensbegleitende
Lernen ist ebenfalls leichter umzusetzen, wenn es gute
Nachmittagsbetreuung für Schüler in ausreichendem Maße gibt. Vor dem
Hintergrund der demografischen Entwicklung Österreichs werden gut
ausgebildete Arbeitskräfte in Zukunft begehrter sein als je zuvor.
Auch Unternehmer sollten daher an einer qualitätsvollen
Nachmittagsbetreuung interessiert sein denn nur so sind Familie und
Arbeit unter einen Hut zu bringen.
Die Tagung am Mittwoch, den 26. März im Kongresssaal der
Arbeiterkammer in Linz will nun versuchen, fernab von jeder Ideologie
gute Lösungen für die Anliegen der berufstätigen Menschen in diesem
Land zu finden. Wir haben dazu Praktiker und Experten eingeladen, die
einige mögliche Modelle präsentieren werden. Zum Abschuss der Tagung,
so hoffen wir, wird eine Diskussion zwischen Eltern, Experten und
oberösterreichischen Spitzenpolitikern Aufschluss darüber geben, wie
die heimischen Entscheidungsträger zu diesem Thema stehen.
Das Tagungsprogramm zu Zeit zum Lernen - Zeit zum Spielen finden
Sie auf unserer Homepage www.arbeiterkammer.com.
Rückfragehinweis:
Norbert Ramp
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