Zeit zum Lernen - Zeit zum Spielen: Internationale Tagung der AK zum Thema Nachmittagsbetreuung für Schüler

Linz (OTS) - 70 Prozent der oberösterreichischen Eltern wünschen sich eine qualitätsvolle, externe Nachmittagsbetreuung für ihre Kinder. Das hat eine IFES-Studie im Auftrag der Arbeiterkammer ergeben. Allerdings können nur sieben Prozent ein derartiges Angebot auch nützen. Um die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu schließen, präsentiert die AK auf ihrer Tagung morgen Mittwoch Beispiele, wie eine sinnvolle Nachmittagsbetreuung aussehen könnte. Nachmittagsbetreuung in der Schule oder in einem Hort muss mehr sein als ein betreuter Aufenthaltsort und Aufgabenmachen unter Aufsicht. Von einer guten Nachmittagsbetreuung profitieren vor allem die Kinder. Sie bekommen die Chance Sozialkompetenz und sinnvolle, aktives Freizeitverhalten zu lernen. Für Lernschwache bietet die qualitätsvolle Betreuung zudem die Möglichkeit, ihre Rückstände aufzuholen. Die Eltern ersparen sich dadurch teure Nachhilfestunden. Absolventen der Schulen mit guter Nachmittagsbetreuung sind dadurch viel besser auf die Anforderungen der Berufswelt vorbereitet. Sinnvolle Nachmittagsbetreuung nutzt auch den Eltern. Sie haben mehr Chancen, sich am Erwerbsleben zu beteiligen. Das trifft vor allem auf Frauen zu, da sie nur so die Möglichkeit haben, zwischen Familie und Beruf, zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung zu wählen. Die Unterbrechung der Karriere durch die Kinderpause wird kürzer, wenn die Frauen ihre Kinder auch am Nachmittag sinnvoll betreut wissen. Alleinerzieherinnen können schließlich ihren Lebensunterhalt durch Arbeit selbst abdecken, sie leisten Beiträge zur Kranken- und Pensionsversicherung und schaffen so die Voraussetzung dafür, im Alter nicht zu verarmen.
Von einer guten Nachmittagsbetreuung profitieren aber auch die Unternehmer. Sie müssen nicht während der Kinderpausen ihrer Mitarbeiterinnen auf deren Wissen und Erfahrung verzichten. Das gerade in der modernen Arbeitswelt oft geforderte lebensbegleitende Lernen ist ebenfalls leichter umzusetzen, wenn es gute Nachmittagsbetreuung für Schüler in ausreichendem Maße gibt. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung Österreichs werden gut ausgebildete Arbeitskräfte in Zukunft begehrter sein als je zuvor. Auch Unternehmer sollten daher an einer qualitätsvollen Nachmittagsbetreuung interessiert sein denn nur so sind Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen.
Die Tagung am Mittwoch, den 26. März im Kongresssaal der Arbeiterkammer in Linz will nun versuchen, fernab von jeder Ideologie gute Lösungen für die Anliegen der berufstätigen Menschen in diesem Land zu finden. Wir haben dazu Praktiker und Experten eingeladen, die einige mögliche Modelle präsentieren werden. Zum Abschuss der Tagung, so hoffen wir, wird eine Diskussion zwischen Eltern, Experten und oberösterreichischen Spitzenpolitikern Aufschluss darüber geben, wie die heimischen Entscheidungsträger zu diesem Thema stehen.
Das Tagungsprogramm zu Zeit zum Lernen - Zeit zum Spielen finden Sie auf unserer Homepage www.arbeiterkammer.com.

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Norbert Ramp

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