Unter dem Dauerbeschuss der Kriegsberichterstattung - gefährliches Bombardement für die Seele

Wien (OTS) - Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie warnt vor der psychischen Wirkung der erdrückenden Berichte-Welle aus dem Irak-Krieg. Unter dem Dauerbeschuss medialer Berichterstattung über die Grauen des Krieges gerät die Seele unter Druck, insbesondere die jener Kinder und Erwachsenen, die ohnehin mit belastenden Lebensumständen zu kämpfen haben. Die komplexen Botschaften, die mit den Bildern des Schreckens aus dem Irak-Krieg mitgeliefert werden und sich nun weltweit, Tag für Tag und weitgehend unkontrollierbar in den Alltag der Menschen mischen, sind für die Psyche schwer zu verkraften. Zwischen den abstrakten, spektakulären, hochtechnisierten Kriegshandlungen, dem Showcharakter der Berichterstattung und dem Leid, der Angst und der existenziellen Not konkreter Menschen ist die Realität, sowohl die eigene als auch die der Anderen nicht mehr leicht auszumachen. Auch eine stimmige, selbst gewählte und reflektierte Distanz bzw. eine autonom entwickelte Einstellung zum Kriegsgeschehen ist unter dem Einfluss der kollektiven Hysterisierung kaum noch zu erreichen.

Der Krieg löst für diese Gewaltsituation adäquate Gefühle und Empfindungen wie Angst, Ohnmacht, Trauer und Wut aus, deren Verarbeitung Belastungen und Überforderung mit sich bringen kann. Latente persönliche Probleme, psychische Spannungen und psychische Krankheiten können sich unter diesen Bedingungen verstärken, zum Ausbruch kommen bzw. inadäquat verarbeitet auf das Kriegsereignis projiziert werden. Besonders gefährdet sind Kinder und Erwachsene, die unter Depressionen und Angststörungen leiden und die zum Ausdruck bringen, dass sie das Kriegsgeschehen zusätzlich und nachhaltig belastet.

In diesem Fall kann professionelle Hilfe und Beratung durch PsychotherapeutInnen notwendig werden! Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie stellt für Berufsgruppen wie LehrerInnen und KindergärtnerInnen, die in nächster Zeit mit Auffälligkeiten in ihrem Arbeitsbereich konfrontiert sein können, ein Informations- und Beratungsangebot zur Verfügung. Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie bzw. die jeweiligen Landesverbände für Psychotherapie können qualifizierte PsychotherapeutInnen nennen, die z. B. in Schulen und Kindergärten Hilfestellungen für den Umgang mit psychischen Belastungen unter dem Eindruck des Irak-Krieges geben können.

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