• 21.03.2003, 12:32:38
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  • OTS0151 OTW0151

Unter dem Dauerbeschuss der Kriegsberichterstattung - gefährliches Bombardement für die Seele

Wien (OTS) - Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie
warnt vor der psychischen Wirkung der erdrückenden Berichte-Welle aus
dem Irak-Krieg. Unter dem Dauerbeschuss medialer Berichterstattung
über die Grauen des Krieges gerät die Seele unter Druck, insbesondere
die jener Kinder und Erwachsenen, die ohnehin mit belastenden
Lebensumständen zu kämpfen haben. Die komplexen Botschaften, die mit
den Bildern des Schreckens aus dem Irak-Krieg mitgeliefert werden und
sich nun weltweit, Tag für Tag und weitgehend unkontrollierbar in den
Alltag der Menschen mischen, sind für die Psyche schwer zu
verkraften. Zwischen den abstrakten, spektakulären, hochtechnisierten
Kriegshandlungen, dem Showcharakter der Berichterstattung und dem
Leid, der Angst und der existenziellen Not konkreter Menschen ist die
Realität, sowohl die eigene als auch die der Anderen nicht mehr
leicht auszumachen. Auch eine stimmige, selbst gewählte und
reflektierte Distanz bzw. eine autonom entwickelte Einstellung zum
Kriegsgeschehen ist unter dem Einfluss der kollektiven Hysterisierung
kaum noch zu erreichen.

Der Krieg löst für diese Gewaltsituation adäquate Gefühle und
Empfindungen wie Angst, Ohnmacht, Trauer und Wut aus, deren
Verarbeitung Belastungen und Überforderung mit sich bringen kann.
Latente persönliche Probleme, psychische Spannungen und psychische
Krankheiten können sich unter diesen Bedingungen verstärken, zum
Ausbruch kommen bzw. inadäquat verarbeitet auf das Kriegsereignis
projiziert werden. Besonders gefährdet sind Kinder und Erwachsene,
die unter Depressionen und Angststörungen leiden und die zum Ausdruck
bringen, dass sie das Kriegsgeschehen zusätzlich und nachhaltig
belastet.

In diesem Fall kann professionelle Hilfe und Beratung durch
PsychotherapeutInnen notwendig werden! Der Österreichische
Bundesverband für Psychotherapie stellt für Berufsgruppen wie
LehrerInnen und KindergärtnerInnen, die in nächster Zeit mit
Auffälligkeiten in ihrem Arbeitsbereich konfrontiert sein können, ein
Informations- und Beratungsangebot zur Verfügung. Der Österreichische
Bundesverband für Psychotherapie bzw. die jeweiligen Landesverbände
für Psychotherapie können qualifizierte PsychotherapeutInnen nennen,
die z. B. in Schulen und Kindergärten Hilfestellungen für den Umgang
mit psychischen Belastungen unter dem Eindruck des Irak-Krieges geben
können.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Löwengasse 3/5/6, A-1030 Wien,
Tel. 01/512 70 90 Fax 01/512 70 91
http://www.psychotherapie.at/oebvp
mailto:[email protected]
Sekretariat: Gabriele Redl

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