ÖAMTC warnt: "Trick 17" der Temposünder geht nicht auf

Arzt wegen Rasens mit Tempo 275 auf der "Süd" beschuldigt - Club fordert Fotodokumentation bei Radar- und Lasermessungen

Wien (ÖAMTC-Presse) - Ein steirischer Arzt wurde beschuldigt, am Mittwoch mit Tempo 275 über die Süd-Autobahn gebraust zu sein. Von der Gendarmerie ausgeforscht, bestritt der Mediziner, den Wagen zum Tatzeitpunkt gelenkt zu haben. Er wisse nicht, wer tatsächlich am Steuer gesessen sein könnte. "Der Temposünder verweigert die Lenkerauskunft, will nur für dieses Vergehen bezahlen - nämlich 2.180 Euro -, den Führerschein aber behalten. Das ist ein bei Rasern recht beliebter 'Trick 17'. Hier haben sich aber schon manche verspekuliert, denn in der Praxis funktioniert er nicht", warnt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer vor unredlichen Methoden.

Die langjährige Erfahrung der ÖAMTC-Rechtsberater zeigt: Kann der Zulassungsbesitzer keinen anderen Lenker nachweisen, bleibt er selbst Beschuldigter im Verfahren. Eine Praxis, die der Verwaltungsgerichtshof schon mehrmals "abgesegnet" hat. Die Dauer des Führerschein-Entzugs hängt davon ab, ob die Tat unter besonders gefährlichen Verhältnissen begangen wurde. "Kann die Behörde diese Umstände beweisen, drohen mindestens drei Monate Führerschein-Entzug", erläutert Hoffer.

Um dem Problem - eine Mutmaßung darüber, wer den Wagen tatsächlich gelenkt hat - überhaupt aus dem Weg zu gehen, fordert der ÖAMTC eine Fotodokumentation bei Radar- und Lasermessungen. "Damit wird ein echter Beweis erbracht, wer hinter dem Steuer gesessen ist", so Club-Jurist Hoffer abschließend. In Deutschland bedient man sich hier modernster Technik und erspart sich damit die verfassungsrechtlich bedenkliche "Krücke" der erzwingbaren Lenkerauskunft.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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